Bären in Kanada. Wie gefährlich sind sie wirklich!?

Kanada ist nicht nur ein riesen großes Land, sondern auch ein unglaublich vielfältiges Land. Vor allem seine Natur und Tierwelt ist einfach nur atemberaubend. Ich weiß noch ganz genau wie erstaunt und glücklich wir waren, als wir mitten in Vancouver zum ersten Mal ein Waschbär gesehen haben. Auch die super süßen Robben an den zu Vancouver nahe gelegenen Whyte Cliffs sind einfach Herzenserwärmend. Die Weißkopfadler Edel und faszinierend und das uns Abends bei unseren langen Spaziergängen mal ein paar Stinktiere über unseren Weg laufen wundert uns ehrlichgesagt nicht mehr sonderlich. Doch freuen tun wir uns nach wie vor immer wieder wie kleine Kinder an Weihnachten. Aber und jetzt kommts! Die wohl bekanntesten und gefürchtetsten frei lebende Tiere in Kanada sind wohl eindeutig die Bären 🐻 !! Und als wir diesem Tier das erste mal gegenüberstanden da ging uns schon ganz schön die Pumpe!

Worum es in diesem Beitrag gehen wird!

Und genau um dieses faszinierende, süße Tier, welches im übrigen genauso wie die Waschbären und Stinktiere zu den Hundeartigen gehört, soll es in diesem Beitrag heute gehen. Ich hab noch sehr gut in Erinnerung wie viel Angst Patrick schon vor unserer Ankunft vor diesen Tieren hatte. Bei mir hingegen war es von vornherein viel mehr Respekt als Angst und ich glaube genau DAS. Respekt es ist was man vor den meisten vermeidlichen Gefahren haben sollte.
Angst ist in meinen Augen zwar in manchen Situationen nicht ganz unwichtig, in den meisten Fällen jedoch eher Lähmend. Und auch wenn ich weiß, dass für manche unter euch Angst die treibende Kraft ist, denke ich, dass Angst bei der Mehrheit doch eher dazu führt, dass Träume nicht erfüllt werden und Dinge, wie dieses unglaublich schöne und faszinierende Erlebnis, einen frei lebenden Bären in die Augen zu blicken, niemals in Erfüllung gehen und niemals erlebt werden.

Aus diesem Grund möchte ich euch in diesem Beitrag unsere Erfahrungen erzählen. Wenn ihr mehr Angst als Respekt habt, möchte ich euch diese Angst ein bisschen nehmen und euch über den Charakter und Lebensweise der kanadischen Bärenarten erzählen und euch gewisse Verhaltensweisen und Regeln mit auf den Weg geben. Damit ihr, wenn ihr in Kanada seid genau das selbe, schöne Erlebnis mit diesen Tieren machen könnt wie wir es in diesem wunderschönen Sommer 2020 gemacht haben.

Welche Bären gibt es in Kanada?

Ehrlich gesagt gibt es in Kanada so ziemlich jede Bärenart die ihr euch so vorstellen könnt. Vom Grizzly, über den Kodiak und Schwarzbären bis hin zum Polarbär und Spiritbären. Alles ist hier mit dabei. Am häufigsten sieht man im Westen von Kanada allerdings den kleinen, friedlichen amerikanischen Schwarzbären.

So haben auch wir auf unserem Road Trip durch British Columbia und Alberta im letzten Sommer bestimmt an die 80 Schwarzbären und nur zwei Mal hatten wir die Chance auf einen Grizzly zu treffen. Ein Mal, und das war wohl der magischste Moment unserer Reise, durften wir aus ungefähr 15m Entfernung eine wirklich majestätisch aussehende, ausgewachsene Grizzly Mama mit ihren beiden Babys beobachten. Ein wirklich Atemberaubender Moment! So Friedlich, Ruhig und so wunderschön, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Doch auch die riesigen, weißen Polarbären könnt ihr bereits in Kanada beobachten. Diese treiben sich allerdings eher an der Ostküste in Manitoba und auf den Baffininseln, die ebenfalls noch zu Kanada gehören, herum.

Und dann hab ich eben noch die Kodiak- und Spiritbären genannt. Das sind tatsächlich zwei zu den Braun- und Schwarzbären gehörenden Unterarten die es ausschließlich hier in Nordamerika gibt und auf die ich später im Beitrag auch noch genauer eingehen möchte. Denn besonders der Spiritbär ist wahnsinnig interessant und weltweit einzigartig.

Der amerikanische Schwarzbär

Der amerikanische Schwarzbär gehört mit seiner maximalen Länge von 1,4m zu den kleineren Bärenarten und ist ein absolut friedlicher Bär. Wir müssen ganz ehrlich sagen, dass wir es zu beginn kaum glauben konnten, als uns unsere kanadischen Freunde erzählten, dass man sich vor diesem Bärchen absolut nicht fürchten bräuchte. Sie würden schon lange an dem Menschen gewöhnt sein und das einzige an was sie denken würden, wäre Essen und Schlafen. Später stellten wir, dann auch selbst genau DAS fest. Bei den Schwarzbären handelt es sich also in der Regel um sehr faule, friedlich und ängstliche Tiere. Bevor sie es nur Ansatzweise in Erwägung ziehen euch anzugreifen, laufen sie eher einfach weg.

Dennoch solltet ihr IMMER Bärenspray bei euch haben, wenn ihr euch im Bärengebiet befindet. Denn selbstverständlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel und so ein wildes Tier kann auch einfach einen schlechten Tag haben. Bekommen tut ihr dieses Spray in jedem Canadian Tire in der Camping oder Jagt Abteilung und kosten tut es zwischen 40 und 60CA$.

Wo sind Schwarzbären zu finden und wo nicht?

Finden tut ihr sie im Grunde überall außerhalb der großen Städte. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr sie in Vancouver antreffen werdet liegt quasi bei Null. Und auch in den nahegelegenen Wäldern wie den Stanley Park, den Whytecliff, Lynn Canyon oder Lighthouse Park ist es sehr, sehr ungewöhnlich auf einen Bären zu treffen. Unmöglich ist es jedoch nicht.

Wir selber waren damals förmlich auf der Suche nach diesen Tieren. Denn wir wollten Kanada auf keinen Fall verlassen ohne nur einen einzigen Bären gesehen zu haben. Also fragten wir unsere Kollegen und Freunde auf der Arbeit, ob sie gute Orte kennen würden. So bekamen wir den heißen Tipp von Port Coquitlam. Hier sollte sie sich in der Abenddämmerung oft in den zahlreichen Blaubeerfeldern rumtreiben. Was wir da noch nicht wussten, ist dass wir später auf unseren Road Trip entlang des Hwy 37 in Richtung Yukon quasi alle 5m eines dieser Tiere sehen würden, wie sie einfach wie Schafe an Straßenrand grasen würden. Also fuhren wir natürlich an unseren nächsten freien Tag nach Port Coquitlam.

Wo ihr ganz sicher auf Schwarzbären treffen werdet

Nach kurzer Suche, fanden wir ziemlich schnell den Port Coquitlam Dyke Trail, den wir empfohlen bekommen hatten. Dieser Wanderweg, war nicht einfach nur ein Wanderweg. Dierser Weg war unheimlich schön. Mitten in der Natur und auf der einen Seite ein Fluss und auf der Anderen die zahlreichen Blaubeerfelder. Außerdem werdet ihr von diesem Weg aus einen wunderschönen Ausblick auf den in den USA gelegenen Mt. Baker haben. Den man übrigens auch von den Whytecliffs aus an besonders klaren Tagen wunderschön im Hintergrund der Vancouver Skyline sehen kann.

Was die Bärchen angeht, sieht man sie in der Dämmerung oder auch noch früh Morgens auf den Blaubeerfeldern. Dort futtern sie sich nämlich ihre Mägen in der Nacht voll und kullern in der Früh wieder heraus, um den restlichen Sommertag im schatten zu verschlafen. Manchmal kann es jedoch auch sein, dass sie hier mitten auf dem Weg sitzen oder ihn einfach kreuzen, um auf die andere Seite zu laufen. Und zweifelsohne diese Situation, kann beim ersten Mal absolut beängstigend sein und wenn ihr hier nicht wisst, wie ihr euch verhalten müsst, dann kann es auch trotz aller Friedlichkeit böse enden.

Wir selbst haben diese Situation im letzten Sommer ein Mal erlebt und zum Glück wurde uns von einem sehr netten Kanadier, der dort auch gerade mit seinen Hunden spazieren war, gezeigt wie man diese Situation Handhabt. Was wir dabei gelernt haben erzähl ich euch im Abschnitt „Regeln und Verhaltensweisen“, es gibt da nämlich das ein oder Andere, was ihr ganz sicher noch nicht wusstet und die ich euch hier mit auf den Weg geben möchte, damit ihr euch nicht direkt beim ersten Mal in Gefahr begebt.

Der Spirit- oder Kermodebär als weiße Unterart der Schwarzbären

Kaum zu glauben, doch es gibt Schwarzbären deren Name eher Creambär sein sollte. Der Kermodebär oder im Volksmund auch Spirit- also Geisterbär genannt gehört zu den Schwarzbären und lebt überwiegend im Great Bear Rainforest, einer kleinen Region im Norden von British Kolumbien.

Dieser Bär ist weder Albino noch ein Eisbär, sondern eine Unterart des amerikanischen Schwarzbären. Daher unterscheidet er sich weder im Körperbau noch im Verhalten und Charakter von seinem Schwarzen Verwandten. Biologen gehen davon aus, dass dieses Phänomen auf Grund eines bestimmtem Gens ausgelöst wird. Jeder Bär und jeder Mensch soll dieses Gen in sich tragen, zeigen tut es sich jedoch nur wenn beide Elternteile es an ihre Nachkommen aus einer Laune der Natur weitergeben. So kann ein weißes Schwarzbär junges auch zwei schwarze Eltern und Geschwister haben.

Wie gesagt gibt es dieses Gen auch beim Menschen und wird von Biologen mit den Merkmalen von roten Haaren, heller Augen und Heller Haut in Verbindung gebracht.

Die Wahrscheinlichkeit einen Spiritbär zu sehen variiert sehr stark und leider hatten wir bisher auch noch nicht die Gelegenheit eines dieser Tiere mit unseren eigenen Augen zu sehen. Auf dem Festland kommt helles Fell nämlich nur bei einem von 40 bis 100 Schwarzbären vor. Hingegen auf der kanadischen Insel Princess Royal Island ist schon einer von zehn Schwarzbären weiß, und auf Gribbell Island, dort wo auch der besagte Great Bear Rainforest ist die Wahrscheinlichkeit mit einer von dreien am Aller höchsten.

Der Braunbär und seine Unterarten

Gefährlicher wird es bei den Braunbären. Insgesamt gibt es unter ihnen drei verschiedene Unterarten. Die da wären, der europäische Braunbär, der Grizzly Bär und der sehr ähnliche Kodiakbär. Letzterer ist dabei ausschließlich auf der zu Alaska gehörende Insel Kodiak Island anzutreffen und wo der Erstgenannte herkommt ist denk ich offensichtlich.

In Kanada ist demnach, wenn es um Braunbären geht höchst wahrscheinlich die Rede von einem Grizzly Bären. Dieser ist im vergleich zum Schwarzbären schon ein ganzes Stück größer und massiger. So kann ein erwachsenes Tier eine Länge von mehr als zwei Metern haben und um die 200-300kg wiegen. Die Schulterhöhe beträgt beim Grizzly meist ein Meter und beim Kodiak sogar 1,5m. Es handelt sich hierbei also schon um ein doch ziemlich großes Tier.

Verhalten eines Grizzlybären:

Der Grizzlybär hat im vergleich zum Schwarzbären ein deutlich höheres Territoriales Verhalten. Das heißt also, dass er viel stärker darauf aus ist, sein Gebiet in dem er Lebt vor „Eindringlinge“ zu schützen. Grundsätzlich sind allerdings auch Grizzlys nicht darauf aus Menschen anzugreifen. Unfälle passieren zwar, doch sind sie jedes Jahr an nur einer Hand, im ganz Land abzählbar. Und oft passieren sie aufgrund von Missachtung einfacher Regeln. Auch Grizzlys bevorzugen es dem Menschen einfach aus dem Weg zu gehen, wenn er sie rechtzeitig hört. Deshalb ist vorweggenommen eine der Regeln sich, anders als viele von euch vielleicht denken würden, sich möglichst laut zu verhalten. Oft wird auch eine Bärenglocke empfohlen.

Die Hauptgründe für Grizzly Angriffe sind Überraschungsmomente. Also einen Grizzly zur falschen Zeit am falschen Ort, ohne Vorwarnung über den Weg zu laufen. So könntet ihr ganz besonders im Frühling auf eine Mutter mit Kind überraschend treffen oder auf einen Bären der gerade mit seiner frisch gefangenen Beute zu Gange ist. Beide werden nicht wirklich begeistert über eure unangekündigte Anwesenheit sein und euch als Gefahr für die Jungen oder als Konkurrenten ansehen. Gerade im Frühling sind aber auch wirklich ÜBERALL große und viele Warnschilder aufgestellt die einen am Eingang zum Grizzly gebiet eindringlich warnen!

WEG RENNEN IST KEINE LÖSUNG!

Uns blieb solch eine Situation bisher zum Glück erspart, zwar haben wir im letzten Sommer wie bereits erzählt auch Grizzlys gesehen und sogar auch eine Mama mit Jungen, unangenehm oder gefährlich wurde es für uns glücklicherweise jedoch nie. Wir haben hier also KEINE eigenen Erfahrung und können euch hier nur noch mal auf die Regeln und Verhaltensweisen hinweisen. Im entsprechenden Abschnitt werde ich auch auf die empfohlenen Maßnahmen eingehen, um aus einer potentiell gefährlichen Begegnung mit einem Bären, lebend wieder heraus zu kommen. Hier schon mal vorweggenommen: EUCH UMDREHEN UND WEG RENNEN IST ÜBRIGENS DAS ALLER SCHLIMMSTE WAS IHR IN DIESER SITUATION TUN KÖNNTET!! Klar es ist das erste was einen in den Kopf kommt und was viele aus Kurzschlussreaktion tun würden. Doch ein Grizzly kann Geschwindigkeiten von bis zu 50km/h erreichen. Ihr könnt ihm als Mensch, am besten noch mit Wanderrucksack bepackt, also unter keinen Umständen davon laufen!

Wie sich Grizzlys von Schwarzbären unterscheiden

Zunächst unterscheiden sich Grizzly Bären und Schwarzbären in ihrer Fellfarbe. Dieses Merkmal allein ist jedoch noch nicht eindeutig. Denn es gibt auch fast schwarze Grizzlys und auch braune und sogar weiße Schwarzbären. So unterscheiden sie sich auch in ihrer Größe und Gewicht. Währende der Schwarzbär eher klein und zierlich wirkt, ist der Grizzly viel massiger, größer und schwerer:

  • Schwarzbären erreichen eine Schulterhöhe von an die 0,9 m und eine Länge zwischen 1,3 – 1,8 m. Ihr Gewicht liegt zwischen 40 – 270 kg
  • Braunbären dagegen erreichen Schulterhöhen bis zwischen 0,9 – 1,5 m und eine Länge zwischen 1,8 – 2,6 m. Gewichtstechnisch liegen sie bei dieser Größe zwischen 110 – 530 kg

Ein weiterer Unterschied ist der Kopf und der Rücken der Tiere. Schwarzbären haben ein eher längliches Gesicht, während Grizzlybären ein viel rundlicheres, Teddybär ähnlicheres Gesicht mit kürzerer Schnauze haben. Das aber wohl eindeutigste Merkmal eines Grizzlys ist jedoch der Höcker zwischen den Schulterblättern. So ist dieser völlig unabhängig von Alter, Größe oder Fellfarbe der Bären. Er ist außerdem sehr markant und auch bereits vom weiten zu erkennen.

Regeln und Verhaltensweisen für eure erste Bären Begegnung

Egal ob ihr euch so wie wir bewusst auf die Bärensuche begibt oder euch zufällig eines dieser Tiere über den Weg läuft. So oder so gibt es ein paar Regeln und Verhaltensweisen die ihr in jeden Fall beachten solltet, damit eure Bärenbegegnung genauso schön und faszinierend wird wie bei uns.

Bären sind weder Aggressiv noch steht der Mensch auf ihrer Speisekarte. Unfälle passieren super, super selten und die Wahrscheinlichkeit von einem Bär angegriffen zu werden ist sehr gering. Bären sind super träge Tieren, sie denken den ganzen Tag nur ans Essen, Schlafen und wieder ans Essen! Wenn also alle paar Jahre Mal ein unschönes Ereignis vorkommt, dann liegt es in vielen Fällen, am falschverhalten irgendwelcher Menschen.

Und damit ihr NICHT zu diesen Menschen gehört und besser vorbereitet seid, folgt nun unsere Liste mit Allen Regeln und Verhaltenstipps mit denen ihr bestens vorbereitet sein werdet und auch keine Angst mehr vor diesen wunderschönen und faszinierenden Tieren haben braucht.

#1 Lauft niemals vor einem Bären weg

Vor einem Bären wegzulaufen ist zwar sicher, das erste an das ihr bei Angst denken würdet, doch ist es in diesem Fall die dümmste Idee die ihr umsetzen könntet. Bären sind nicht nur gute Kletterer, sondern können wie bereits erwähnt Geschwindigkeiten von bis zu 70km/h erreichen. Sie wären also in jedem Fall schneller als ihr. Laufen ist also zwecklos! Zudem würdet ihr euch, wenn ihr lauft auch noch als Beute verhalten. Dies führt also zu ziemlich sicheren Tod! Bleibt also Ruhig und werdet nicht hysterisch, wenn der Bär sich langsam auf euch zu bewegt! Meist ist er nur neugierig und will checken ob ihr eine Gefahr darstellt.

#2 Habt Bärenspray dabei

Habt zu euerer eigenen Sicherheit immer ein Bärenspray dabei. Wo ihr das bekommt, habe ich euch bereits weiter oben im Beitrag verlinkt. Seid ihr in einer Gruppe unterwegs, dann habt am besten jeder von euch eins auf jeder Wanderung, griffbereit dabei. Stellt natürlich auch sicher, dass jeder aus eurer Gruppe weiß wie man mit diesem Spray umgeht!

Bärenspray ist quasi ein Pfefferspray, welches ihr im aller größten Notfall einsetzen könnt. Heißt benutzt es nicht fahrlässig! Schließlich handelt es sich hierbei um eine leichte Waffe! Benutzt es NUR wenn euch der Bär oder der Puma oder welches Groß Tier auch immer wirklich angreift. Ihr könnt bereits aus 9-10 Metern zielsicher treffen! Wartet also nicht, bis das Tier kurz vor euerer Nase steht und reagiert so schnell ihr könnt! Beobachtet! Und lauft erst weg, wenn ihr sichergestellt habt, dass das Tier durch das Spray abgelenkt ist. Natürlich tötet ihr das Tier mit dem Spray NICHT! Ihr setzt es nur für ein paar Stunden außer Gefecht und verschafft euch selbst Zeit genug, um euch in Sicherheit zu bringen.

#3 Haltet euch an die Warnschilder

Vor so ziemlich jedem Wanderweg und jedem Waldeingang, Rastplatz oder Campingplatz stehen unzählige Warnschilder! Ignoriert sie nicht und lest sie euch durch! Meistens wird vor den weniger gefährlichen Schwarzbären gewarnt. Manchmal jedoch werdet ihr euch auch in einem Gebiet befinden, in denen zu der Zeit vermehrt Grizzlys unterwegs sind. In dem Fall, gehen die Kandier kein Risiko ein und stellen noch mehr und größere, auffälligere Schilder auf. Auf Dem welches wir letzten Sommer gesehen haben, stand sogar ausdrücklich, dass man diesen Wanderweg in jedem Fall zu viert begehen sollte. Ihr könnt euch sicher sein! Es wird garantiert NICHT zu übersehen sein.

#4 Verhaltet euch Laut

Wenn ihr eher darauf aus seid eine Bären Begegnung von vornherein zu vermeiden, dann verhaltet euch auf Wanderungen möglichst laut! Unterhaltet euch! Hört laut Musik oder hängt euch eine Bärenglocke an euren Rucksack. So wird euch jeder Bär schon aus der Ferne hören können und seine Route abändern, denn wie gesagt, eigentlich haben Bären absolut keinen Bock einem Menschen zu begegnen.

#5 Lockt die Bären nicht mit Futter an

Versucht die Bären auf keinen Fall mit Futter anzulocken. Dadurch begebt ihr euch nur in unnötige Gefahr und außerdem führt es vermutlich dazu, dass der Bär seine Angst vor Menschen verliert. Die Bären werden zutraulicher und trauen sich mehr. Sie kommen dem Menschen immer näher und lassen sich öfter auf Campingplätze blicken. So stellen sie eine Gefahr dar und müssen von den Park Rangers unnötig getötet werden. Bringt euch also nicht selbst und auch nicht die Bären für ein einziges Foto in Lebensgefahr!

#6 Sperrt euer Essen in Bärensichere Boxen

Auf jedem Campingplatz und jeden Rastplatz sind in Kanada ganz bestimmte Mülleimer und spezielle Boxen aufgestellt. Diese haben so genannte Bärensichere Öffnungsmechanismen. Bei diesen muss man mit der flachen Hand unter den Griff greifen und an einen Hebel drücken oder ziehen. Wir wussten das am Anfang nicht, und dachten immer die Mülltonnen seien aus irgendeinem Grund abgeschlossen, bis wir diesen Trick irgendwann durch Zufall herausgefunden haben.

Auch auf Campingplätzen stehen spezielle Boxen mit genau dem selben Mechanismus. Diese sind dafür da, um dort sein Essen über Nacht zu lagern, so das Bären es nicht riechen können und vor Allem nicht selber dran kommen können. Falls ihr also mit Zelt und Schlafsack Campen geht, nutzt auf jeden Fall diese Boxen und lagert euer Essen nicht neben euch im Zelt. So verhindert ihr in der Nacht unerwünschten Besuch von einem Bären zu bekommen, der im schlimmsten Fall tödlich enden könnte!

#7 Selfies machen ist nicht des Bärens größtes Hobby

Anders als die Quokkas in Australien sind Bären eher selten im Selfie Mood! Versucht also nicht so nah wie möglich an einen Bären zu kommen nur, um ein Fancy Selfie mit ihm zu machen. Höchstwahrscheinlich würdet ihr in dem Fall so wie so nicht mehr dazu kommen es auf Instagram hochzuladen.

#8 Das aufrichten der Bären ist keine Angriffsgeste

Wenn sich ein Bär auf seine Hinterpfoten stellt, dann kann das auf Alle fälle ziemlich bedrohlich wirken, schließlich ist er dann bis an die zwei Meter groß! Dennoch ist diese Geste kein Zeichen dafür, dass er euch gleich Angreifen wird. Wenn Bären sich aufrichten, dann wollen sie sich nur einen Überblick verschaffen. Die Lage checken! So können sie nämlich genauso wie wir Menschen viel weiter und mehr sehen.

Falls ihr also auf einen Bären trefft und er sich aufstellen sollte, dann werdet auch in dieser Situation am besten nicht hysterisch. Bleibt ruhig und verhaltet euch nicht hektisch. Lasst ihn machen und schnüffeln und entfernt euch ganz langsam und immer mit dem Blick auf den Bären in Richtung sicherer Entfernung. Bestenfalls in ein Fahrzeug um schnell weg zu fahren.

#9 Zeigt dem Bären das ihr Menschen seid und weder Beute noch Bedrohung

Verhaltet euch einem Bären gegenüber nie als Beute. Lauft wie gesagt nicht weg! Kehrt ihm nicht den Rücken zu und zeigt dem Bären, das ihr Menschen seid! Seid selbstbewusst und Laut! Schreit den Bären richtig an! Ruft im entgegen, dass er Land gewinnen soll! Macht euch groß und jagt dem Tier gewaltlos Angst ein. So reagiert ihr am besten auch, wenn ein Bär es sich zum Beispiel mitten auf eurem Weg gemütlich gemacht habt.

TUT DEM BÄREN DABEI NICHT WEH! SCHLAGT UND TRETET NICHT NACH IHM! SETZT AUCH NICHT EUER BÄRENABWEHRSPRAY EIN, WENN ES NICHT NÖTIG IST! ES IST EIN TIER! EIN LEBEWESEN UND IN DEN MEISTEN FÄLLEN HAT ER MEHR ANGST VOR EUCH ALS IHR VOR IHM!

#10 Hände in den Nacken

Wenn Bären auf Jagt gehen und Beute reißen, dann haben sie es in erster Linie auf den Nacken aus. Der Nacken ist nämlich eine der empfindlichsten stelle am Körper. So verpassen sie ihrer Beute, bei einem Angriff einfach einen schönen Genickbruch, so dass sie auf stelle Tod ist und sie am wenigsten „Probleme“ mit der Beute haben. Als Schlussfolgerung heißt es, dass wenn ihr euren Nacken schützt, zum Beispiel mit euren Händen, dass sie euch nicht töten werden. In der Regel, verlieren sie dann das Interesse an euch und sehen euch nicht mehr als Gefahr oder Beute. Ansonsten sind die empfindlichsten Stellen beim Bären die Augen und die Nase, versuchen sie als bei einer Verteidigung auf die Nase zu zielen, damit verschaffet ihr euch ein bisschen Zeit, um euch in Sicherheit zu bringen. Ausprobieren würde ich das jedoch ehrlichgesagt nicht wollen! Also seht zu dass ihr gar nicht erst in so eine Situation geratet und beachtet Alle vorherigen Regeln!


Das könnte euch auch interessieren:

Mit dem Van durch British Columbia

Wer steckt eigentlich hinter diesem Block?

Meine einstellung zum Leben

Welche Impfungen brauche ich auf Weltreise


Social Media: Du möchtest immer auf dem neuesten Stand bleiben und keinen Blogartikel mehr verpassen? Dann Folge uns gerne auf Social Media: Instagram und Twitter. Hier erfährst du noch mehr über uns!


Schreibe einen Kommentar