Kanada Reisegeschichten Vanlife

Mit dem Van durch Britisch Columbia und Alberta

Kanada ist ein RIESIGES Land, das zweit größte nach Russland um genau zu sein. Alleine der ganz westliche Staat Britisch Columbia ist ungefähr so groß wie vier Mal Deutschland. Auch die Distanzen zwischen einem Ort und dem nächsten, sind um einiges größer als man es aus Europa gewohnt ist. So kann man für eine Tour von der Westküste zur Ostküste gut und gerne ein bis drei Monate einplanen. Jedenfalls wenn man ganz entspannt, langsam und mit Zeit durch dieses unfassbare Land reisen möchte.

Unsere Tour sollte jedoch erstmal nur drei Wochen gehen. Denn auf Grund von Corona war es in diesem Sommer noch nicht klar, wie weit es überhaupt möglich sein würde mit dem Van in Kanada zu reisen. Von Freunden wussten wir, dass außerhalb von Vancouver die Menschen noch viel ängstlicher und panischer waren als in der Stadt. Und obwohl wir uns das zunächst gar nicht vorstellen konnten, sollten wir auf unserer Reise noch mit eigenen Augen sehen, warum die Situation für die Menschen außerhalb der Großstadt eine völlig andere war.

In diesem Beitrag möchte ich euch also über unsere Erfahrungen und Eindrücke während dieser drei wöchige Reise durch British Columbia und Alberta erzählen. So soll es sich unter Anderen um Themen wie Wildcampen in der kanadischen Natur, den außergewöhnlichsten Campingplätzen, Kostenpunkte, Tierwelt und Natur und dem Vanlife und Reisen im allgemeinen während der Corona Pandemie durch Kanada drehen.

Endlich war es soweit. Nach einem langen, harten Winter stand endlich der langersehnte Sommer vor der Tür. Und nicht nur das, auch die Corona Zahlen waren glücklicherweise endlich wieder gesunken. Die Situation hatte sich scheinbar beruhigt und unserem kleinen Roadtrip stand nichts mehr im Wege.

Drei Wochen würden wir nun unterwegs sein. Jeden Tag an einem anderem Ort aufwachen. In allen Seen baden die uns begegnen würden. Jeden Wanderweg laufen und jeden Abend mit einem euphorischen Gefühl voller Vorfreude auf den nächsten Tag einschlafen. Wir würden die schönsten Stellplätze finden. Wildcampen in der Natur. Die Magie der Rockie Mountains erfahren. Ja! Jeder Tag würde ein neues Abenteuer bergen. Und genauso war es auch. Unsere Erwartungen an diesen unvergesslichen Trip wurden erfüllt und übertroffen.

Unsere Route, Nicht ganz wie geplant aber voller Abenteuer und Schönheite

Aus Vancouver raus hatten wir einfach nur ein Ziel. Der hohe Norden. Richtung Yukon bis an die Grenze zu Alaska wollten wir fahren. Also haben wir ganz einfach irgendeine Stadt im Bundesstaat Yukon eingegeben und sind einfach los gefahren.

Beautiful British Columbia. An zahlreichen Weinfeldern und wunderschönen Bergen vorbei. ständig wechselnde Landschaften. Steppen die sich jeden Abend, wenn die Sonne untergeht in ein goldiges Orange verfärben. Wälder aus Laub- und Nadelbäume. Flüsse und Wasserfälle. Geisterstädte und Dörfer die an den Wilden Westen erinnerten. Seen und Glätscher. Alleine in diesem einem Staat finden sich die schönsten Plätze. Eine riesige Vielfältigkeit und die schönste Natur. Bereits am ersten Tag unserer Fahrt wurde uns gezeigt, dass der Titel „Beautiful“ nicht von irgendwo kommt und von Tag zu Tag verliebten wir uns immer mehr und immer weiter in dieses beeindruckende Land.

Unsere erste Nacht verbrachten wir ein paar Hundert Kilometer von Vancouver in einem kleinen Dorf, neben einen Fluss auf dem Parkplatz eines kleinen Motels. Dort haben wir einfach an der Rezeption gefragt, ob es ok ist, wenn wir dort für eine Nacht zum übernachten stehen können. Nett und freundlich wie die Kanadier eben so sind, stimmte sie zu. Wir freuten uns wie Bolle, dass es so gut anlief mit den Stellplätzen und verbrachten unsere erste Nacht an einem neuen Platz, außerhalb von Vancouver.

In den folgenden Tagen und Wochen sollte es jedoch nicht so einfach bleiben und als wir den nördlichsten Punkt unserer tatsächlichen Route erreicht hatten, mussten wir sogar noch um Mitternacht an die 400km wieder zurück fahren bis wir endlich um vier oder fünf Uhr morgens völlig übermüdet auf einem Waldrastplatz ankamen und endlich ins Bett fallen konnten. Wie und warum es überhaupt zu dieser Planänderung dazu kam erzähl ich euch noch ein bisschen weiter unten.

Jedenfalls sind wir in diesem Sommer leider nicht über die Staatgrenze zwischen BC und den Yukon gekommen und haben dafür die Schönheiten und Magie der kanadischen Rocky Mountains in Alberta erfahren dürfen.

Über Wildcampen, Rest Areas, Toiletten und Campingplätze in Canada

Viele von euch kennen vielleicht aus Europa die App „Park4Night„. Auf dieser App teilen Menschen ihre schönsten und geheimsten Stellplätze, Wasserhähne und Entsorgungsstationen die sie auf ihren Reisen finden. Unserer Meinung irgendwie Fluch und Segen zu gleich. Fluch, weil so natürlich der ein oder andere Ort auf kurz oder lang nicht mehr so geheim sein wird. Und Segen, weil diese App einiges leichter macht und eine wirklich tolle Hilfe auf der Stellplatzsuche sein kann. Empfehlen würden wir diese App auf jeden Fall, denn dank ihr haben auch wir schon einige richtig Tolle Plätze auf unseren Reisen durch Europa finden können.

Hier in Amerika hat sie sich jedoch noch absolut nicht durchgesetzt. Es gibt zwar bereits ein paar wenige geteilte Inhalte, jedoch waren sie an einer Hand abzählbar und auf unserer Route, lag nicht mal Einer davon. So hieß es für uns, jeden Tag aufs neue uns auf unser Glück zu verlassen und einfach zu vertrauen. Und mal hat es geklappt und mal hat es gar nicht geklappt.

Campen in Kanada

Wildcampen ist grundsätzlich in Kanada verboten. Jedoch wird es oft geduldet und natürlich bestätigen Ausnahmen auch wie immer und überall die Regel.

Wie am Anfang erwähnt ist Kanada riesig und in vielen Gegenden gibt es alles außer Häuser oder Menschen. Gerade wenn ihr plant nur für eine Nacht irgendwo zu bleiben und am Morgen direkt weiter zu fahren, ist das Glück oft auf eurer Seite.

Allerdings solltet ihr niemals die Gefahr des kanadischen Wildlebens unterschätzen. Kurz gesagt haben die meisten Bären zwar in der Regel überhaupt kein Interesse daran einen Menschen anzugreifen jedoch haben auch sie verschiedene Charaktere und mal gute und mal schlechte Tage. Daher ein Tipp von uns: habt auf jeden Fall IMMER Bärenpfefferspray dabei, so seid ihr im Notfall abgesichert. Und bezüglich der Stellplätze können wir euch nur den Rat geben, euch am besten auf euer Bauchgefühl zu verlassen und IMMER auf aufgestellte Warnschilder zu achten und diese ernst zu nehmen.


Natürlich können wir super verstehen, dass die Vorstellung zum ersten mal auf einen frei lebenden Bären zu treffen ganz schön beängstigend sein kann. Deswegen erzählen wir euch in unserem Beitrag „Unser erstes Date mit Mr. Bär“ all unsere Erfahrungen, Erkenntnisse und Verhaltenstipps in den verschiedensten Situationen die uns auf unserer Reise durch Kanada wirklich passiert sind.


Erlaubt ist das Wildcampen in Kanada auf den meisten ausgeschilderten “Rest Areas”. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen einfach um eine offene Fläche an denen insbesondere LKW Trucks ihre Pausen und Nächte verbringen. Ihr findet sie an so ziemlich jeden Highway und sie sind alle total verschieden. Manche sind wirklich nicht besonders spektakulär und bestehen einfach nur aus einem großen Schotterplatz wo alle völlig wild drauf parken. Wir jedenfalls waren das erste Mal ziemlich verwirrt, dass es gar keine definierten Parklücken gab. Es gibt allerdings auch richtig schöne Rest Areas. Diese sind dann oft mitten in einem Wald, etwas abgelegener von der Straße gelegen. Nicht selten ist dann auch ein See oder ein Fluss in der Nähe und manche haben auch einige Picknicktische an denen man morgens in aller Ruhe und mitten in der Natur frühstücken kann.

Aber ACHTUNG! – Nicht auf Jeder dürft ihr Schlafen! Auf Denen, wo ihr nicht Campen dürft, sind jedoch IMMER kleine Verbotsschilder mit der Aufschrift „No overnight parking“ aufgestellt. Schaut euch also gründlich um, bevor ihr euren Camper, Van oder WoMo irgendwo Parkt. In der Früh fährt nämlich überall ein Ranger herum und kontrolliert diese Plätze, selbst in Gegenden wo man es sich nicht mal ansatzweise vorstellen kann! Ganz besonders allerdings in den großen Nationalparks ist Wildcampen strengst untersagt. Ignoriert ihr das Verbot und werdet erwischt drohen euch Strafen von bis zu 25.000 kanadische Dollar! Falls ihr Nachts ankommt, habt eine gute Taschenlampe dabei, denn die meisten dieser Rastplätze sind nicht beleuchtet und in einigen sehr abgelegenen Gegenden kann es Nachts auch ziemlich Gruselig und Beängstigend erscheinen.

Was uns auf diesen oft sehr einsamen Plätzen beeindruckt und positiv überrascht hat, ist dass sie Alle sehr, sehr sauber und gepflegt sind. Außerdem sind an eigentlich Allen Toilettenhäuschen aufgestellt. Meistens zwar nur mit Plumpsklos, doch selbst diese sind stehts sauber, gepflegt und mit ausreichend Toilettenpapier und Desinfektionsmittel ausgestattet.

Kanadische Campingplätze

Wir sind ganz ehrlich nicht die größten Campingplatz Fans. Aus Europa wussten wir, dass sie oft sehr überfüllt sind, von Naturnähe kaum die Rede sein kann, man wenig Platz hat und meistens viel zu eng an seinem Nachbarn gequetscht steht.

Hier in Kanada, wurden wir jedoch von einem besseren überzeugt. Besonders in den Naturschutzgebieten und Nationalparks lassen einen die Campingplätze absolut sprachlos. So sind wir eines Nachts sind nach einem traumhaften Tag im Banff Nationalpark auf einem Platz gelandet der vor Bäumen nur so wimmelte, in der Nacht war es ehrlicherweise zwar doch auch ziemlich gruselig, doch die Entscheidung dort zu bleiben, war eine absolut richtige.

Am nächsten Tag wurden wir von traumhaften Sonnenschein geweckt und als wir die Tür aufmachten sahen wir, dass wir gefühlt wirklich mitten im Wald Standen. Auf diesem Campingplatz hatte jeder Camper eine komplett eigene, von Bäumen umrundete Bucht mit eigener Feuerstelle und Picknicktisch. Von ihr gingen mehrere schmale Trampelwege ab die sowohl zu den anderen Stellplätzen führten wie auch zum Toilettenhäuschen und Gemeinschaftsküche. Duschen und „normale“ Toiletten gab es hier nicht. Auch auf den Anderen Campingplätzen dieser Art, auf denen wir später landeten gab es Keine. Schien hier also relativ normal zu sein.

Interessant ist das Bezahlungssystem. Auf vielen Campingplätzen gibt es nämlich kein Anmeldehäuschen. Meist steht in der Nähe der Einfahrt einfach eine Tafel mit einem, meist versteckten Fach in dem man Anmeldebogen und Briefumschlag findet und ein Briefkasten. Auf der Tafel stehen jegliche Richtlinien und Regeln die auf dem Platz gelten und der Preis pro Nacht. Je nach Platz fällt dieser unterschiedlich aus. Das günstigste was wir gesehen haben, waren etwa 10 CA Dollar. Das teuerste 23,50 CA Dollar pro Nacht. Bezahlt wird entweder Online mit Kreditkarte oder aber Bar direkt am Campingplatz. Für das Bezahlen direkt vor Ort nimmt man sich einfach einen Anmeldebogen mit Briefumschlag aus dem Fach, füllt diesen aus und legt ihn zusammen mit dem Geld in den Briefumschlag. Jeden Tag kommt vormittags ein Ranger vorbei und holt diese dort ab und schaut nach dem Rechten.

Wir hatten bei unserer ersten Übernachtung natürlich keine Ahnung davon und dachten erst das wäre Alles umsonst. Wir kamen wie gesagt hundemüde mitten in der Nacht dort an und da von guter Beleuchtung keine Rede war, haben wir erst bei der Abfahrt am nächsten Tag verstanden wie das Bezahlungssystem hier funktioniert. Also haben wir unsere erste Nacht unwissend „illegal“ auf dem Platz übernachtet und die Magie und Ruhe des nahegelegenen kristallblauen Gletschersees am nächsten Morgen in Aller Ruhe genossen. Wir hatten wirklich mehr Glück als Verstand, denn genau als wir gerade vom Stellplatz gefahren sind, kam der Ranger, um nach dem Rechten zu sehen und wir wurden nicht erwischt.


Funfact und Hinweis: Um in die kanadischen National Parks zu fahren, muss man eine sogenannte Erhaltungsgebühr zahlen. Pro Tag sind es 20 CA Dollar, wenn man nicht den Jahrespass für die Nationalparks hat. Herum kommt man um diese Gebühr nur, wenn man wirklich nur Durchfährt und nirgendswo anhält. Und jetzt der Funfact. Bei unserem ersten Besuch wussten wir auch das nicht! Auch hier sind wir mitten in der Nacht angekommen und konnten an den Bezahlhäuschen einfach dran vorbei fahren, da sie Nachts geschlossen sind. Und obwohl wir drei Tage und Zwei Nächte im Nationalpark geblieben sind, hat uns auch hier niemals irgendjemand erwischt oder drauf hingewiesen. Wieder hatten wir mehr Glück als Verstand!


Aber nicht Alle Campingplätze funktionieren, nach diesem System. Es gibt auch welche mit Anmeldehäuschen. Die sind meistens allerdings um einiges teurer und werden oft als Ressort benannt. Dort gibt es dann auch Duschen, Waschmaschinen und viele touristische Angebote. Da wir jedoch niemals in solch einen Ressort waren, haben wir dazu keine eigenen Erfahrungen und können euch daher nur über bereits erzählter Campingplatzform erzählen.

Fakt ist. Es gibt glaub ich nichts was die Kanadier im Sommer mehr lieben, als Campen zu gehen. So sieht man vor bestimmt jedem zweiten Haus auch ein Camper oder Wohnmobil stehen und die die keins haben, haben nicht selten eine super ausgestattete Campingausrüstung die sie einfach ins Auto schmeißen und sich ins volle Pfadfinder-Familien-Sommerprogram stürzen.

Wo liegen die Nationalparks genau?

Unsere Roadtripkosten für 3 Wochen

Wie so oft hängen die Kosten ganz stark von seinen eigenen Prioritäten ab. Daher kann man diesen Punkt immer nur ganz schwer pauschalisieren. Allgemein gibt es, wenn man im Van unterwegs ist jedoch nur die Kostenpunkte Sprit und Essen und ggf. Eintritte für besondere Sehenswürdigkeiten. Dennoch möchte ich euch, damit ihr einen ungefähren Anhaltspunkt habt erzählen wie diese drei Punkte bei uns so gewichtet sind.

Kostenpunkt Lebensmittel im Supermarkt

Fang wir also beim interessantesten Punkt an: ESSEN.
Ab uns zu lieben wir es wirklich sehr uns einfach in ein kleines, süßes Restaurant, Kneipe oder Imbiss zu setzen. Wir lieben es die Einheimischen eines Landes kennen zu lernen und das Alltägliche Leben, die Mentalität und natürlich auch die kulinarische Küchen Hautnah zu erfahren. Dennoch kochen wir meistens selber und sparen dadurch zweifelslos einen ganzen Batzen Geld.

Was die Preise im Supermarkt angehen, würden wir sagen, dass Lebensmittel in Kanada Allgemein nicht sonderlich teurer aber auch nicht unbedingt günstiger sind als in Deutschland. Da wir beide kein Fleisch essen, können wir nicht sagen wir davon die Preise vergleichsweise sind. Umso besser können wir dafür sagen, dass Kanada neben der US Amerikanischen Westküste ein absolutes Paradies für jeden Vegetarier und Veganer ist. Es gibt sooooo unfassbar viele und tolle alternativ Produkte und eine Auswahl… Ey! davon kann man in Deutschland nur von träumen. Aber davon erzähl ich euch in meinem Beitrag „Ersatzprodukte: Unsere liebsten in Kanada“ mehr drüber und zeig euch dort auch was es hier nicht Alles so gibt. Preislich gesehen sind Diese hier in Kanada, anders wie in Deutschland, aber nicht viel teurer, als die nicht Pflanzlichen Produkte. Besonders aber die Pflanzenmilch unterscheidet sich preislich einfach gar nicht von Kuhmilch. Richtig cool also!

Für Essen und Lebensmittel allgemein haben wir auf unseren Roadtrip ungefähr 200-300CAD ausgegeben.

Kostenpunkt Kraftstoff für den Van

Der zweit wichtigste und wohl auch größter Punkt sind wohl die Kosten für Benzin.
Hier können wir ganz klar sagen, dass Vancouver schon mit meistens so um die 1,23CAD pro Liter, ziemlich teuer ist. Fährt man aus Vancouver raus, bleibt aber noch im Bundesstaat British Columbia sinkt der Preis recht schnell auf etwa 1,18CAD der Liter. Den größten Unterschied haben wir jedoch in Alberta und ganz besonders in Calgary wo der Liter nur geschlagene 0,92 CAD gekostet hat. Umgerechnet sind das genau 60 europäische Cents! Wahnsinn oder? Von Freunden wissen wir seit kurzen, dass dies an den wohl riesigen Ölreserven in Alberta liegt. Im Gegensatz den teuersten Sprit haben wir ohne Zweifel im hohen Norden für 1,34CAD Pro Liter getankt. Dies ist aber auch völlig klar, schließlich fährt man Richtung Yukon für ein paar 1000km durchs absolute nichts. Nur Wald und kleine Dörfer der First Nations, so weit das Auge reicht. Völlig logisch, dass hier die Benzinpreise also ziemlich hoch sind.

Insgesamt haben wir in drei Wochen bestimmt an die 350-450CAD für Benzin ausgegeben.

Tierwelt und Natur

Wir wollen ehrlich mit euch sein, Sowohl die Tierwelt wie auch die Natur haben uns absolut Sprachlos gelassen. Daher möchte ich hier einfach nur versuchen unser wohl magischsten Moment in Worte zu fassen um ihn mit euch teilen zu können und euch anschließend eine kleine Bildergalerie hinzufügen. So könnt ihr euch, wenn auch einen wirklich sehr kleinen, aber dennoch eigenen Einblick und Eindruck von diesem Wundervollen Land machen.

Unsere erste Begegnung mit einem Grizzly Bär

[…] Und dann dieser wundervolle Moment. Absoluter Friede. Ruhe. Magie […]

Die Sonne würde jeden Moment hinter den Bergen verschwinden und wir waren erst wenige Minuten wieder unterwegs. Weiter Richtung Norden. als wir plötzlich schon aus der Ferne, diese süßen, kleinen runden Öhrchen in der hohen Blumenwiese wackeln sahen. Tausend Mal waren wir dieses Szenario vorher durch gegangen. Was würden wir tun, wenn plötzlich ein Grizzly Bär vor uns stehen würde? Wie würden wir reagieren? Wie würde der Bär reagieren? Kaum zu glauben, dass es nun wirklich so weit sein sollte. Doch es war wahr! In der Wiese saß eine Grizzly Mama mit ihren beiden Jungen.

Wir hielten sofort an und in diesem Moment stand die Zeit plötzlich still. Alles um uns herum wurde plötzlich leiser und friedlicher. Da waren einfach nur wir, der Wind, die letzten Strahlen der sommerlichen Sonne und dieses imposante Tier. So gefährlich für uns Menschen und in dem Moment so friedlich wie sie mit ihren beiden Bärenjungen umging. Sie schaute sich um, sah uns direkt in die Augen, als würde sie fragen: „Wer seid ihr? und was wollt ihr?“ Die Situation schien ihr nicht ganz geheuer, doch anscheinend merkte sie auch, dass von uns keine Gefahr ausging.

Im nächsten Moment schaute sie sich zu ihren Jungen um. Sprachlos und fasziniert, hörten wir ein dumpfes Brummen. Vielleicht forderte sie ihre Jungen gerade zum Aufbruch auf. Wir hörten das rascheln der Hohen Gräser und die Familie kehrte uns den Rücken zu. Ein letztes mal blickte sie zu uns, bevor sie mit ihren Jungen im sicheren Wald verschwand. Mit einem großem Lächeln im Gesicht und einen Marmeladenmoment mehr im Herzen führten wir nun unseren Weg fort.

Bilder Galerie:

Über Corona, Planänderung, First Nations, Ängste und Positivität

Ähnlich wie Australien und Neuseeland hat es Kanada glücklicherweise bezüglich dem neuen Corona Virus lange nicht so hart getroffen wie unseren Heimatkontinent Europa. Und Alleine dafür sind wir unheimlich Dankbar. Jeden Tag. Dennoch wäre es ja keine Pandemie, wenn nicht jeder Kontinent irgendwie davon betroffen wäre oder? Soll heißen: Ganz verschont wurden wir leider nicht und so verlief unser kleiner Road Trip auch nicht völlig Reibungslos.

Bevor ich euch jedoch Davon erzähle, müsst ihr glaub ich erstmal ein paar, kurze Rahmenbedingungen über die Corona Lage wie wir sie hier in British Columbia erlebt haben und immer noch erleben, wissen. Aber keine Sorge, ich werde diesen Teil so kurz und knapp wie möglich halten um euch dann endlich zu erzählen, warum wir ein Mal sogar mitten in der Nacht knapp 400km zurück fahren mussten und wir niemals im Yukon angekommen sind.

Die Corona Lage an der Westküste Kanadas

Wie eben schon gesagt, möchte ich diesem Punkt so kurz wie möglich halten, umso schnell wie möglich zum interessanten Teil unserer Geschichte zu kommen. Dennoch ist es für euer Verständnis wichtig ein Paar Fakten zu kennen.

Fangen wir also an. Kanada ist wie am Anfang bereits erwähnt Riesig! Und die Weiten und Distanzen kaum Greifbar oder Vorstellbar. Aufgeteilt ist dieses Land in 9 einzelne Staaten. Davon befinden wir uns im ganz westlich und direkt an der Pazifik Küste gelegene British Columbia in Vancouver. Zur Verbildlichung der Größe möchte ich euch einen kleinen Vergleich zu Deutschland geben. Jedoch werde ich mich der Einfachheit wegen hier auch nur auf BC beschränken.

Größenvergleich: Deutschland British Columbia

DeutschlandBritish Columbia
Fläche357.582 km²944.735 km2
Einwohnerca. 5 Mio (Stand 2019)ca. 83 Mio (Stand 2019)

Wie ihr schon an den Zahlen erkennen könnt, kann man also sagen, dass dieser eine kanadische Staat schon so groß ist wie 4x Deutschland und dabei etwa 78 Mio weniger Einwohner hat. Die meisten Davon leben übrigens in Vancouver und in der Staatshauptstadt Victoria auf Vancouver Island. In diesen beiden Städten befinden sich auch die meisten Krankenhäuser und allgemein die beste Infrastruktur. Der Rest besteh größtenteils aus Wald. Outback. Bergen und Steppe. Hin und wieder fährt man auch noch durch kleinere Städte und Dörfer. Umso nördlicher man jedoch kommt, umso seltener werden Sie. Und trotzdem leben auch im tiefsten Outback noch Menschen. Die First Nations nämlich, also die Ureinwohner Kanadas.

Und mit diesem Bild und Größenverhältnis kommen wir nun noch mal zurück zu der Corona Situation bei uns hier in British Columbia. Während der ersten weltweiten COVID 19 Welle lagen die aktiven Fälle niemals über 1000 Erkrankte. Wenig oder? Und wie ihr euch vielleicht bereits denken könnt, waren die meisten davon in den beiden großen Städte Vancouver und Victoria. Ein Glück. Denn überlegt mal was passieren würde, wenn sich das Virus oben, im Norden in den abgelegenen kleinen Dörfer der First Nations ausbreiten würde…. Richtig! Vermutlich würden sie schneller von der Bildfläche verschwinden als man gucken könnte.

Sie leben in einem Gebiet von Kanada fernab von jeder Zivilisation, Handyempfang, Infrastruktur und geschweigendem von irgendeinem Krankenhaus.

Entsprechend wenige Informationen bekommen sie auch aus den Medien und natürlich ist die Angst vor diesem Virus dort Oben viel, viel größer und bedrohlicher. Und dem zu folge auch deren Maßnahmen.

Warum wir niemals im Yukon angekommen sind

Wie ihr ja bereits wisst, hatten wir weder einen Plan noch ein richtiges Ziel. Wir wussten nur wir wollten in den Norden, Richtung Yukon und vielleicht bis kurz vor die Grenze zu Alaska. Anders als in Europa führt in Kanada nicht jeder Weg nach Rom und so gab es für uns genau eine Option. Nämlich den Highway 37.

Eine wirklich unfassbare Strecke. Und das in so vielen Hinsichten. Direkt zu beginn des Highways wird mit einem riesigen, leuchtenden Schild darauf hingewiesen, dass in wenigen Kilometern der Handyempfang abbrechen wird. Und genauso war es auch. Drei Tage und über eine Strecke von über 800km hatten wir keinerlei Empfang. Erst irgendwie stressig, denn selbst im Notfall hätten wir nichts und niemanden erreichen können geschweige denn einen Krankenwagen rufen können. Nach der ersten Nacht hatte sich dieses mulmige Gefühl im Magen jedoch gelegt und es wurde einfach nur traumhaft schön und unvergesslich.

Wir haben so viele Bären gesehen wie wir es uns niemals hätten ausmahlen können. Und obwohl Patrick, anders als ich, vor unserem Roadtrip ziemliche Angst vor Bären hatte, konnten wir diese unfassbar knuffeligen Tiere näher kennenlernen und wissen nun, dass Schwarzbären alles Andere als gefährlich sind. Viel mehr haben sie Angst oder einfach nur Null Bock auf Menschen.

Doch umso nördlicher wir fuhren und umso weiter wir uns von der Zivilisation entfernten, umso mehr spitzte sich die Lage, wegen dem Virus zu.

Die einzigen Menschen die auf dieser Route leben, sind die First Nations. Die Ureinwohner Kanadas die hier draußen in den verschiedenen kleinen Dörfer, die sie Reservate nennen, leben. Eigentlich sind die unheimlich gastfreundlich, heißen Reisende auf der Durchfahrt Herzlich Willkommen und zeigen gerne einen Einblick in ihre Geschichte und ihre Kultur.

Leider ist wegen Corona in diesem Jahr Alles anders. Die Dörfer sind geschlossen und verbarrikadiert. Dorfeinfahrten werden Tag und Nacht überwacht und nicht mal die Tankstellen darf man als Durchreisender betreten. Auf Stellplätze auf denen es sonst erlaubt ist die Nacht zu verbringen, ist es nun strengstens verboten. Und auch der Grenzübergang in den Yukon ist überwacht und kontrolliert. Mit jedem Kilometer und jedem Verbotsschild mehr wurde auch unser Gefühl immer mulmiger.

Es wurde später und später und irgendwann kamen wir in einem etwas größeren Dorf an. Es war bestimmt schon 12 Uhr nachts, wir waren hundemüde und wollten einfach nur endlich irgendwo ankommen. Hostels, Restaurants, Tankstellen und Alles war bereits geschlossen. In den Gebäuden brannte zwar Licht und offensichtlich befanden sich dort auch Menschen. Doch auf unser Klingeln, Klopfen und Rufen reagierte keiner. So wollten wir doch nur höflich fragen ob es okay wäre, wenn wir für eine Nacht auf dem Parkplatz der Dorftankstelle stehen würden.

Ein bisschen verzweifelt und ratlos darüber was wir tun sollten, saßen wir nun im Van für eine Lagebesprechung, als wir plötzlich einen Truck bemerkten der bereits zweiten oder dritten Mal an uns vorbeifuhr. Aus Spaß gaben wir dem Truck Lichthupe, vielleicht würden sie ja darauf reagieren, anhalten und wir könnten ihnen unsere Frage stellen, auf die sie hoffentlich eine gute Antwort haben würden. Und siehe da, sie hielten wirklich an. Leider stellte sich heraus, das es eine Gruppe, planloser, einheimischer Jugendlicher war. Außer dass sie uns ein Bier anboten und uns den guten Hinweis gaben an der Grenze zum Yukon auf keinen Fall zu erwähnen, dass wir aus Vancouver kamen, konnten sie uns leider in dieser Nacht auch nicht Helfen.

Wir entschieden uns auf unser Bauchgefühl zu hören. Und so fuhren wir in dieser Nacht noch an die 400km zurück und kamen letztendlich um halb vier Uhr morgens irgendwo auf einer Rest Area an wo wir erstmal bis mittags des nächsten Tages schliefen.

So änderte sich unsere Route und statt in den hohen Norden, durften wir nun All die Schönheiten der kanadischen Rocky Mountains in Alberta entdecken und erfahren. Wir erkundeten die schönsten Ecken des National Parks, schliefen auf den interessantesten Stellplätzen und Campingplätzen, sprangen in die tollsten Seen in Golden und Sicamous, flückten wilde Pflaumen, freundeten uns mit Alpakas und Lamas an und kauften den leckersten Früchtehonig auf der wundervollsten kleinen Farm überhaupt.

Unerwartet kam so alles anders als geplant. Wir blieben positiv und ließen uns auf das ungewisse, ungeplante Abenteuer ein. So wurde es eines der schönsten Roadtrips in diesem Sommer und wir sind uns sicher, dies würde nicht unser Letzter sein. Wir würden wieder kommen! Nächstes Jahr!


Social Media: Du möchtest immer auf dem neuesten Stand bleiben und keinen Blogartikel mehr verpassen? Dann Folge uns gerne auf Social Media: Instagram, TikTok, Facebook und Twitter. Hier erfährst du noch mehr über uns!


↡↡↡↡↡↡↡↡↡↡↡↡↡