In Acht Schritten zum rollenden Zuhause

Eigentlich weiß ich gar nicht so genau wo ich anfangen soll! Denn es ist einfach nur der blanke Wahnsinn! Hätte man mich vor zwei Jahren gefragt wo ich mich in 2020 sehe, hätte ich vermutlich folgendes geantwortet: „Ich sehe mich mit einem fertigen Bachelor in der Tasche in einer anderen Uni immatrikuliert. Vielleicht in Hamburg oder Köln. Gerade dabei noch den Master zu machen, um danach dann ein bisschen durch die Welt zu Reisen und später ins Berufsleben zu starten und mit dem Ingenieurtitel im bereich der erneuerbaren Energien nicht gerade wenig an Geld zu verdienen und auf diesem Wege etwas gutes für die Umwelt machen zu können!“

Tja, Expectation vs. Reality oder wie sagt man so schön. Stattdessen habe ich mein Studium nicht beendet, bin mit Patrick trotzdem in unser großes Abenteuer gestartet und habe mir mit ihm zusammen in Kanada unseren Van „Rodrigo“ ausgebaut. Mit diesem werden wir Ende diesen Jahres für ein halbes Jahr entlang der Westküste durch die USA und Mexiko in Richtung Perú starten und uns damit einen riesen großen Traum erfüllen.

Für welchen Van wir uns entschieden haben, warum das ganze eine ziemlich spontane Aktion war, wie es dazu kam und wie genau wir ihn ohne jeglich Vorkenntnisse zu unserem neuen Zuhause umgebaut haben, wollen wir euch mit diesem Beitrag gerne Mal erzählen:

Wir taufen dich auf den spanischen Namen Rodrigo!

Steckbrief:

Das ist er! Unser Rodrigo, rollendes Zuhause und treuer Reisebegleiter! Rodrigo ist ein Amerikanischer GMC Savana aus dem Jahr 2008. Früher war er ein Glaser Lieferwagen. Er hat einen neuen Motor mit um die 80.000Km und ist ein Benziner. Er ist ein ziemlich hoher Junge und hat eine Länge von ca. fünf Metern. Breit ist er ein bisschen weniger als zwei Meter. Er hat keine Fenster im hinteren Bereich und eine Schiebetür auf der Beifahrerseite.

Als wir ihn geholt haben war er komplett leer, unisoliert und hatte weder eine Dachluke mit Abdunshaubenfunktion noch ein Solarpanel auf dem Dach. Er ist ein Zweisitzer, hat ein einfaches Radio und leider funktioniert seine Klimaanlage nicht mehr ganz richtig, dafür jedoch seine Heizfunktion umso besser. Außerdem wurde seine Batterie genau wie seine Reifen kurz vor dem Kauf erneuert. Zu guter Letzt soll auf keinen Fall unerwähnt bleiben, dass er mit seinem V8 Motor natürlich auch einiges an Kraft hat. Um genau zu sein an die 280 Ps. Also mehr als Perfekt, um ohne Probleme durch die Rockies und den Anden fahren zu können!

Warum Pläne nichts bringen und eh immer Alles anders kommt als gedacht:

„Hey lass uns doch einfach mal nach Surrey zu diesem Händler fahren, um schon mal zu gucken was es da so an Vans gibt!“, „Ja warum nicht! Gucken kostet ja nichts!“ Ja, ja! Natüüüürlich nicht! Naja, lassen wir das Mal so stehen.

Schon vor unserer Abreise aus Deutschland wussten wir, dass wir uns Vanlife sehr gut vorstellen können und es einfach nur perfekt für uns und unsere Reisepläne ist. Daher stand grundsätzlich der Plan einen Van zu kaufen schon lange, lange vorher fest. Angedacht war uns mindestens drei verschiedene Vans bei unterschiedlichen Verkäufern anzugucken, um auf jeden Fall eine gute Entscheidung zu treffen! Schließlich soll uns dieser Van ein paar 10.000km durch Amerika bringen und unser Zuhause werden! Aus diesem Plan wurde leider nichts!

Und plötzlich war er unser!

Nichts Ahnend ging es für uns Ende März, mehr aus Langeweile, Neugierde und Zeit dann einfach mal zu einen der Händler die wir bei Google Maps am Vortag gefunden hatten. Der Händler war nur eine 3/4 Stunde mit der Bahn von unserer WG entfernt und sehr gut zu erreichen.

Keine Zwei Minuten auf dem Hof sprach uns auch schon einer der Händler an, um uns zu helfen. Nach einem kurzen Zusammenfassung unserer Pläne und ein paar Fragen seinerseits, dauerte es nicht lange bis er uns ein paar der Vans dann auch schon zeigte. Zum Glück hatten wir schon von weiten gesehen, dass auf diesem Hof ausschließlich Cargo Vans standen und eigentlich einer den anderen glich. Dieser Händler hatte sich scheinbar auf diese spezialisiert und passte somit genau in unser Beuteschema.

Glaubt ihr an Liebe auf dem ersten Blick? Wir schon!

Bei näherer Betrachtung unterschieden sie sich jedoch dann doch Alle in kleinen Details von einander. Manche waren kürzer oder länger. Einige hatten mehr oder weniger Fenster und wieder Andere waren richtige Lieferwagen mit freier Ladefläche oder für den Transport von Menschen gedacht. Von den ersten paar sprach uns allerdings keiner so richtig an. Sie waren entweder zu teuer oder es passte irgendetwas Anderes irgendwie nicht so richtig. Doch dann, in der letzten Reihe sahen wir ihn! Rodrigo! Zwischen zwei anderen Vans seines gleichen fiel uns unser Rodrigo direkt ins Auge und es war quasi Liebe auf den erste Blick! Es war einfach sofort um uns geschehen und als wir dann auch noch den Preis über 5700 CA$ in seiner Scheibe ausliegen sahen, musste der Händler eigentlich kaum noch etwas sagen. Patrick und Ich guckten uns an und dachten beide sofort: „DAS IST ER!“.

WICHTIG! Kauft niemals ohne vorher Alles wirklich kontrolliert und überprüft zu haben!

Natürlich guckten wir ihn uns trotzdem noch ganz genau von innen und außen und vor Allem unter der Haube und unten drunter an. Als dann aber wirklich Alles mehr als Tippi Toppi aussah und er einige Tage später auch die Probefahrt sehr gut gemeistert hatte, unterschrieben wir den Kaufvertrag und fingen direkt an Alles für den Umbau zu planen! Nun sollte es ernst werden! Alles musste organisiert werden! Was brauchen wir alles und wo bekommen wir es her! Womit fangen wir an!

Jetzt! Drei Monate später können wir sagen, dass wir Alles trotz unserer mangelnden Vorkenntnisse doch mehr als nur gut hinbekommen haben und fühlen uns einfach super wohl in unserem Rodrigo! Außerdem haben wir während, des für uns riesigen Projektes eine Menge an Erfahrungen gesammelt und dazugelernt. Jetzt können wir sagen: „Ja! Wir haben einige Vorkenntnisse, was einen Vanumbau angeht!“. Aus diesem Grund möchten wir unsere Erfahrungen und Vorgehen Schritt für Schritt in den folgenden Absätzen mit euch teilen und vielleicht können wir den Ein oder Anderen ja damit auch ein bisschen inspirieren und motivieren auch ohne irgendwelchen Vorkenntnisse das Projekt Vanausbau endlich in Angriff zu nehmen!

Unsere Schritt für Schritt Anleitung:

Das Quasiinhaltsverzeichnis:

  1. Leeren und Säubern der Ladefläche
  2. Dachluke und Solarpanel montieren
  3. Isolieren
  4. Boden legen
  5. Technik
  6. Vertäfeln der Isolation und Technik
  7. Möbel bauen und Streichen
  8. Verschönern und Dekorieren

1. Alles muss raus! oder auch nicht…

Der erste Punkt des Inhaltsverzeichnis versteht sich vermutlich von selbst. Dennoch gibt es hier und da ein paar Unterschiede. Je nach dem um was für einen Transporter es sich handelt, muss natürlich mehr oder weniger raus geräumt werden und gemacht werden. Wir hatten mit unserem Rodrigo jedoch glück, dass er wirklich von Grund auf super aussah. So hatte er weder klar sichtbare noch versteckte Roststellen. Da wir uns außerdem für ein ehemaliges Glaser Fahrzeug entschieden haben, hatte er weder irgendwelche Möbel noch Sitze auf der Ladefläche montiert. Dies war auch der Grund weshalb wir im ersten Schritt nur die Gummi Fußbodenmatte rausnehmen und ihn mit Schwamm und Spüliwasser einmal gründlich sauber machen mussten.

2. OH NEIN! Wir haben ein Loch im Dach!

Bevor wir überhaupt irgendetwas gemacht haben, haben wir uns erstmal über zwei Themen Gedanken gemacht die eigentlich erst viel später an der Reihe sind. Dabei ging es um die Isolation und die Technik. Womit wollten wir Isolieren? Welche technischen Geräte wollten wir haben? Für welche Energieform entscheiden wir uns? Wo soll die Küche später sein und wie sollen und müssen die Kabel verlegt werden? Als wir auf all diese Fragen konkrete Antworten hatten, stellte sich die Reihenfolge unseres Vorgehens heraus.

Wir wollten mit Schafwolle isolieren und wir wollten alles was geht isoliert haben, also auch das Dach und ggf. auch den Boden. Die Technik sollte über der Isolation, aber unter der späteren Vertäfelung laufen. Die Bordbatterie sollte auf zwei Weisen geladen werden. Und zwar über Solarenergie wenn wir stehen und über die Lichtmaschine während der Fahrt. Und ein Lüfter wird für die richtige Raumventilation sorgen.

Aus diesen ganzen Ergebnissen und Überlegungen ergab sich schließlich, dass wir zu allererst schauen mussten, wo die Kabel des Solarpanels und des Lüfters verlaufen sollten. Und natürlich erforderte dies auch die Installation von beiden Dingen. Was wiederum bedeutete, dass es nun darum ging zwei Löcher ins Dach zu bekommen.

Jetzt sollte es spannend werden!!

Nervenzermalment sag ich euch!!! Dies war wohl mitunter einer der Aufregendsten Momente während des gesamten Umbaus! Denn das Loch für den Lüfter dürfte schließlich auf keinen Fall zu groß werden! Würde es das, hätte dies direkt zu Beginn den Tot für unser Projekt bedeutet! Denn Metall wieder zusammenkleben konnten wir nicht! Zum glück ist hierbei Alles gut gegangen und die Luke passt wie angegossen! Aaaaber ACHTUNG! Natürlich kommt es hier ganz klar immer auf die Maßen des Lüfters an. Unserer ist ziemlich Groß, also ist auch unser Loch entsprechend groß gewesen. Um Alles so genau wie möglich zu machen, haben wir hierfür eine Schablone benutzt. Diese hatten wir uns selbst aus irgendwelchen Pappkartonresten gebastelt.

Sowohl den Ventilator mit Dachluke wie auch das Solarpanel* haben wir übrigens beim kanadischen Amazon bestellt. Dabei haben wir uns für den Fan-Tastic Vent RV Roof Vent mit 3 Stufen und einem Monokristallinen 100W und 12V Panel entschieden. Und da wir nur einen kleinen Van haben und dabei nicht so viele Endgeräte, haben wir es bei nur einem Panel und nur einer entsprechenden Bordbatterie belassen. Ergänzen kann man im zweifel später immer noch. Erstmal sind wir mit diesen beiden Dingen aber vollkommen glücklich und zufrieden. Natürlich gehören zu dem komplexen Thema der Technik aber noch ganz viele weitere Teile dazu, die unter diesem Punkt allerdings den Rahmen sprengen würden.

Für diese Arbeit haben wir genau einen Arbeitstag benötigt!

3. Jetzt wird er zum Schaf gemacht!

Zum Isolieren gibt es die verschiedensten Methoden und jeder macht es irgendwie anders. So war es uns hierbei wichtig eine möglichst nachhaltige, einfach zu montierende und dabei günstige Methode zu finden. Aus diesem Grund fiel nach Ausreichender Recherche unsere Wahl auf Schafwolle. Diese haben wir bei dem US amerikanischen Unternehmen Havelock Wool mit Sitz in Reno, Nevada bestellt.

Insgesamt haben wir, wie auf der Website als Empfehlung angegeben, für unseren Van 2 komprimierte Säcke benötigt. Genaue Informationen wieso, weshalb und warum Wolle eine perfekte, nachhaltige und günstige Isolationsmethode ist würde in diesem Beitrag wieder ebenfalls den Rahmen sprengen. Daher weise ich euch hier, wenn euch das interessiert gerne auf die Homepage von Havelock hin, die haben nämlich richtig gute Übersichten, Erklärungen und sogar Vergleichstabellen aufgestellt. Dort findet man also wirklich jegliche Information über diese Isolation.

Hurra! Die Wolle ist da! Aber wie bringt man sie jetzt an?

Genau so in etwa haben wir reagiert, als wir letztendlich einen wirklich riesigen Sack voller Schafwolle geliefert bekommen haben. Und nicht nur groß war der Sack, nein er war auch noch um einiges schwerer als wir gedacht hätten. Letztendlich haben wir aber auch hier einfach angefangen und ausprobiert.

Unsere Methode:

Wir haben als ersten Schritt sowohl an die beiden Seitenwände wie auch an die Decke lange, schmale Holzbretter angebracht. So, dass quasi zwischen Metallwand und Holzstreben ein Zwischenraum entstanden ist. In diesen Zwischenraum und auch in sämtlichen Löcher und Hohlräume des Vans, haben wir dann die Wolle zwischen gesteckt. Die wolle kann man ziehen und reißen so viel wie man möchte. Einfach mit den Händen. Schneiden braucht man da eigentlich nichts. Wichtig ist nur, dass jedes einzelne Stück so viel wie möglich aufgebauscht wird, damit die Luft durch sie bestmöglich zirkulieren kann, um Schimmel und Feuchtigkeit zu vermeiden.

Um der Schwerkraft entgegen zu wirken, haben wir am Dach, außer den Holzlatten, auch noch eine Art Spinnennetz aus einer einfachen Dekokordel gespannt. Diese Methode hat für uns super gut funktioniert. Daher würden wir es vermutlich auch nicht anders Empfehlen. Alles einfach halten, ist hierbei unserer Meinung nach das beste.

Insgesamt haben wir für die gesamte Isolation des Vans zu zweit ungefähr 2-3 volle Tage mit Pausen benötigt.

4. Boden: Isolation und Belag

Der Boden ist ehrlich gesagt ein ziemliches Zufallsprodukt! Eigentlich waren wir uns relativ unschlüssig ob eine Bodenisolation für uns wirklich notwendig ist. Doch als wir dann im Baumarkt waren, um eigentlich eine dickere Holzbodenplatte zu holen haben wir etwas viel besseres gefunden. Im Home Depot stießen wir nämlich auf eine Art Kombination aus Holz und Isolation. Und da diese Kombi auch noch in Form von relativ kleinen, praktisch zu transportierenden Platten kam, war die Entscheidung direkt getroffen. Insgesamt brauchten wir 15 von diesen Platten, die wir echt schnell und einfach direkt im Van aneinander steckten. Zu Sicherheit klebten wir sie mit einem speziellen Kleber jedoch auch noch am Boden und zwischen den Fugen fest.

Da die Holzoberfläche der Platten nicht besonders schön war, sondern eher eine Pressholzoptik hatten, verlegten wir außerdem noch ein Stück Linolium über die gesamte Bodenfläche. Auch dieses hatten wir aus einen Zufall und ein bisschen Neugierde heraus in einem Bodenbelaggeschäft in der Nähe des Baumarktes gefunden.

Dauer für die reine Verlegung des Bodens: zwei bis drei Stunden

5. Technik

Die ganze Technik zu verlegen war vermutlich mit Abstand, das schwierigste am ganzen Ausbau. Ich weiß gar nicht mehr wie viele Videos ich mir hierfür im Vorfeld angeguckt habe. Und da wir erst ganz am Ende die Batterie geholt haben, wussten wir tatsächlich auch bis ganz zum Schluss nicht ob uns am Ende des Projektes eine Lichtlein aufgehen würde oder nicht! Aber Hey! Spannung und Nervenkitzel gehören doch irgendwie auch zum Spaß dazu oder wie seht ihr das so? Naja, jedenfalls könnt ihr euch vielleicht Vorstellen wie groß und laut der Stein war, der uns vom Herzen gefallen ist, als am Ende bei uns alles super lief! Alles funktioniert wie es soll und so haben wir jetzt dimmbares Licht, fließendes Wasser und einen Ventilator mit 3 Stärkestufen in unserem rollenden Zuhause!

Wo wir unser Wissen her haben….

Da wir beide allerdings keine gelernten Techniker oder Ähnliches sind und ich lediglich in einem Semester einen Elektrotechnikkurs belegt habe, soll dieser Abschnitt des Beitrages auf keinen Fall eine Anleitung zum Selbstausbau sein!

Aus diesem Grund haben wir einfach auf YouTube eine bunt gemischte Playlist zum Thema Technik für euch erstellt! Hier könnt ihr ALLE Videos finden, die jedenfalls uns absolut geholfen haben, mit 0% Wissen unsere Technik mehr als gut, ganz alleine zu installieren!

Und falls ihr zufällig spanisch könnt, kann ich euch noch den Blog von „Al Son de mi Furgón“ empfehlen und absolut ans Herz legen! Die beiden geben sich richtig viel Mühe Anderen bei ihren Ausbau zu helfen. Außerdem haben sie auch noch ganz, ganz viel Ahnung zu diesem komplexen Thema! Uns haben die beiden mit ihren ausführlichen Beiträgen auf jeden Fall noch mal ergänzend zu den Videos super geholfen das Thema zu verstehen. Also wenn ihr spanisch versteht, dann schaut dort unbedingt vorbei!

ACHTUNG! HIER IN KANADA GIBT ES KEINEN TÜF!!! DAHER HABEN WIR UNS AN KEINE TÜF VORSCHRIFTEN HALTEN MÜSSEN UND HABEN ALLES NACH LUST UND LAUNE GEMACHT UND ES IN ERSTER LINIE EINFACH UND GÜNSTIG GEHALTEN!

Seit ihr also gerade dabei euch in Europa einen Van auszubauen, dann Achtet unbedingt an die Vorgaben vom TÜF!! Und auch wenn sie teilweise unlogisch und nervig sind, raten wir euch darauf zu achten und euch auch daran zu halten!! Schließlich wollt und sollt ihr später keine Schwierigkeiten bekommen!

Unsere Technik Einkaufsliste:

Wassersystem
12V DC Camper Wasserpumpe*
14 Awg Verlängerungskabel
Schläuche
Frischwasserkanister
Abwasserkanister
Solarenergie auf dem Dach:
ECO-WORTHY 100 Watt 12 Volt Solarmodul*
Offgridtec Dachdurchführung 2-fach*
10Awg Solarpanel verlängerungskabel*
RENOGY 30A MC4 Waterproof in-Line Fuse Holder w/Fuse
30A MPPT Solar Laderegler 12V 24V*
Sonstiges an Technik
Reichlich 14 Awg Kabel*
12V DC Dimmer
6x 12V Dimmbare Lichtspots
Sicherungskasten*
20A DC to DC Battery Charger + entsprechende Kabel
Fan-Tastic Vent RV Roof Vent
Kill Switch
Diverse Sicherungsschalter, Schrumpfschläuche, Sicherungen, Kabelfüße und weiterer Kleinkram

Zeitaufwand zu Zweit ohne jegliches Vorwissen: 2-3 Tage

6. Jetzt wird die Kabellage noch versteckt und Alles schön vertäfelt

Nachdem wir dann schlussendlich den schwierigen Punkt der Technik, wie sich später erst rausstellen sollte, erfolgreich abgehakt hatten, ging es zum nächsten Schritt: Das verdecken der Isolation und der Kabel mit anschließenden Vertäfeln. Dieser Schritt war tatsächlich auch nicht ganz einfach. Wobei hierbei vermutlich das Schwerste der Transport der Holzplatten vom Baumarkt zu unserer Werkstatt war! Letztendlich transportierten wir 4 oder 5 dünne Holzplatten die allerdings größer als ich waren einmal quer durch Vancouver! Wie die Leute da geguckt haben, fragt ihr euch? Naja! UNBESCHREIBLICH!!

Auf Sightseeing Tour mit unseren nicht ganz so kleinen Holzplatten…

Wieso wir sie nicht einfach abgeholt haben? Das hatte den einfachen Grund, dass wir Rodrigo noch nicht fest angemeldet hatten und ihn somit leider aus der Werkstatt noch nicht raus bewegen durften. So kam es, dass wir tatsächlich das meiste Material mit Bus und Bahn durch die Stadt transportierten! Puh was haben wir geschleppt! Aaaaber es hat sich definitiv gelohnt!

Aber zurück zum Thema! In der Werkstatt bei Rodrigo angekommen, mussten die Platten, dann „nur“ noch zugeschnitten werden und an die vorher angebrachten Holzstreben befestigt werden. Dafür haben wir einfach lange Holzschrauben genommen. (Zeit: 2-3 Tage!)

Nach der Abdeckung ist vor der Vertäfelung!

Bei den Abdeckungsplatten für die Isolation sollte es jedoch nicht bleiben. Für diese hatten wir nämlich nicht besonders schönes Holz gewählt. Schließlich wollten wir nicht Unmengen an Geld ausgeben und sie mussten flexibel und einigermaßen dünn und leicht sein. Darüber sollte also noch ein schöneres Holz drüber kommen, damit es hinterher auch zu einem richtig gemütlichen Zuhause werden kann. Wiedereinmal hatten wir noch keinen Plan, wie wir unsere theoretische Idee in die Praxis umsetzen wollten. Und wiedereinmal wurde uns durch einen Zufall die perfekten Vertäfelungsplatten quasi vor die Füße gelegt.

Denn im Homedepot wurden gerade super leichte Platten in einem dunklen, schönen Holz gerade im 8ter Gewinde verkauft, die wir einfach an die Abdeckungsplatten anschrauben konnten. Insgesamt streckte sich dieser Schritt über mehrere Tage hinweg. Und auch wenn wir diese Platten im nachhinein vermutlich nicht noch Mal kaufen würden, da sie sehr zerbrechlich sind und es daher nicht ganz einfach war sie anzuschrauben, kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen!!

7. Wie Rodrigo zum Wohnraum wird!

Neben dem Streichen und Dekorieren war der Bau der Möbel einer der Schritte auf die ich mich am meisten gefreut habe! Dafür muss ich vielleicht hinzufügen, dass ich schon immer unheimlich gerne leere Räume eingerichtet habe. Und bei mehr als 10 Umzügen alleine mit meiner Mama, als ich klein war, hatte ich wohl auch so einige Gelegenheiten dafür! Dieses mal gab es allerdings zwei entscheidende Unterschiede: Der Platz war dieses Mal natürlich sehr, sehr begrenzt und für diesen Raum gab es noch keine fertigen Möbel. Diesmal musste Alles sehr genau überlegt sein und jedes einzelne Stück musste selber gebaut und angepasst werden! Hinzukam natürlich, dass die ganze Konstruktion später bei der Fahrt natürlich auch nicht zusammenbrechen sollte! Also musste auch noch für Alles eine gewisse Sicherheit gegeben sein.

Orientiert haben wir uns letztendlich an dem Umbau von der lieben Elisa, die auf ihren Blog „Take an adVanture“ in verschiedenen Beiträgen eine Schritt für Schritt Anleitung für ihren VW T5 Umbau geschrieben hat. So haben wir beispielsweise die Aufteilung und Ausrichtung der Möbel von ihr Übernommen und besonders beim Bau des Bettes und des Schrankes hat uns ihr Blogbeitrag richtig gut geholfen. Auch die Idee mit der Schublade hinten, unterm Bett erschien uns sehr gut und sehr praktisch.

Da wir aber ein komplett anderes Auto mit Nichtmal ansatzweise ähnlichen Maßen haben, ist unsere Dimensionierung eine völlig andere. So ist sowohl unser Bett wie auch der Schrank deutlich größer und bieten einen hervorragenden Stauraum sowohl für Lebensmittel wie auch für Kleidung, Bücher und jeglichen Krams den man noch so hat…

Material und Zubehör:

Auf jeden Fall brauchten wir für den kompletten Bau aller Möbel einen wirklich großen Batzen Holz. Das meiste Davon haben wir wie zuvor auch schon Vieles, im Baumarkt bekommen. Da wir allerdings den Ausbau in der Tiefgarage unserer WG gemacht haben, haben wir im Laufe der Zeit auch sehr viele neugierige und interessierte Nachbarn kennen lernen können. Und einer davon Arbeitet als Konstruktionsarbeiter auf dem Bau. So haben wir von Diesem zum Beispiel auch nochmal einiges an Holz geschenkt bekommen, welches nun sehr gut verbaut in unserer Küche steckt. Dazu brauchten wir natürlich dann auch noch zig Winkel, Schrauben, Scharniere, Nägel, Lack und Farbe und und und….

Zeit technisch haben wir für den gesamten Möbelbau vermutlich so Ein bis Zwei Wochen gebraucht

8. Das beste kommt zum Schluss

Zu aller Letzt steht die Dekoration! Ein Punkt bei dem sich die meisten Männer völlig raushalten und der Frau freien Lauf lassen. Genauso auch bei uns! Hier darf ich entscheiden! Und wie finde ich das? Natürlich meeeega cool! Tja und so kam es so, wie es kommen musste. Unser Rodrigo verwandelte sich zum kuscheligsten Zuhause auf vier Rädern was wir je hatten. Alles so wie es mir gefällt im Bohostil mit ein bisschen Moderne gemischt! Einfach ein Traum den wir uns endlich erfüllt haben!

Nun kann die Reise los gehen! Die Reise ins nächste Kapitel! In dem viele weitere tolle Abenteuer und kleine und große Träume nur noch darauf warte erlebt zu werden und in Erfüllung zu gehen! Nur ab jetzt sind wir zu dritt: Patrick, Rodrigo und Ich!


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