Fliegen: Fluch oder Segen?

Fliegen. Eines der wohl mächtigsten Gefühle die ein Mensch haben kann. Eines der faszinierendsten und gleichzeitig auch eines der umstrittensten Themen. Fliegen, Fluch oder Segen? Eine Frage über die sich seit langem die Geister streiten. Für mich persönlich ist das Fliegen allerdings beides. Sowohl Fluch wie auch Segen. Warum es ein Fluch ist? Nun ja, einfach gesagt weil es neben den großen, alten, schwimmenden Hotels das umweltschädlichste Verkehrsmittel ist. Und warum es ein Segen ist? Ebenfalls recht simpel und kurz gesagt, weil es das wohl bisher schnellste und einfachste Transportmittel ist. Damit kann man die Welt mit eigenen Augen sehen. Aber vor Allem ist es für mich die beste Möglichkeit, um nach Hause zu meiner Familie kommen zu können!

Sometimes, flying feels too godlike to be attained by man. Sometimes, the world from above seems too beautiful, too wonderful, too distant for human eyes to see . . .     

Charles A. Lindbergh

Damit wir hier am ende des Beitrages wieder mit einem Lächeln und ein bisschen Hoffnung raus gehen können. Erzähle ich euch erst am Ende über die positiven Aspekten und Alternativen die es zu diesem Thema gibt. Und nehme erst Mal die negativeren Punkten und Fakten über das viel umstrittene Thema vorweg. Außerdem möchte ich euch hier noch ein bisschen über das Kompensieren einer Flugreise erzählen. Was es genau damit auf sich hat, wie es funktioniert und warum es für uns eine super gute Option ist.

Die Schattenseite des Fliegens

Taucht man ein Mal in das Thema Umwelt- und Naturschutz ein, erfährt man eine ganze Menge. Man bekommt viele Informationen. Informationen die absolut Wichtig sind. Die man in die Welt rufen muss! Die jeder wissen sollte und vor denen niemand die Augen schließen sollte. Die Realität sieht jedoch anders aus. Ich denke, dass es nach wie vor noch viel zu wenige Menschen begriffen haben, dass wir. Die Menschheit. Gerade dabei ist, sich den eigenen Ast abzusägen! Den Ast auf denen wir leben. Ich meine ist das nicht paradox? Der Mensch ist so ein intelligentes Wesen. Wir haben so ein ausgeprägtes und entwickeltes Gehirn. Erfinden Dinge die mehr als unglaublich sind und bauen die höchsten Gebäude, wollen immer höher immer weiter. Und gleichzeitig ist der Mensch Dumm genug, um sich den Ast auf dem er lebt unterm Hintern abzusägen! Paradox!

Naja wie dem auch sei. Fakt ist jedoch auch, dass vermutlich mittlerweile so gut wie Jeder weiß: Wer mit dem Flugzeug durch die Welt fliegt beeinträchtigt jedes Mal das Klima. Und warum genau das so ist und was da eigentlich passiert erzähl ich euch im folgenden Abschnitt.

Was bei der Verbrennung von Kerosin genau passiert:

Bei jeder Reise verbrennt ein Flugzeug Unmengen an Kerosin und lässt dabei klimaschädlichen Abgase entstehen. Diese bestehen überwiegend aus Kohlenstoffdioxid, Wasserdampf und Stickoxiden. Alle drei bringen die verschiedensten Auswirkungen mit sich. So führt die Entstehung von Wasserdampf zu einer Veränderung der natürlichen Wolkenbildung. Zusätzlich führen die Stickoxide in Kombination mit der Sonneneinstrahlung zur Ozonbildung, welches wiederum als starkes Treibhausgas wirkt. Dazu kommt, dass sich diese Stoffe in der Höhe um ein vielfaches langsamer abbauen lassen als am Boden und so die Wirkung zusätzlich verstärken. Laut Berechnungen vom Bundesumweltamt summieren sich diese Effekte derart, dass die Treibhauswirkung des Fliegens im Durchschnitt etwa zwei- bis fünfmal höher ist als die alleinige Wirkung des ausgestoßenen CO2. So kommt man am Ende der Rechnung auch dazu, dass alleine die jährlich, steigenden Flugreisen ungefähr 4,9% am Klimawandel beteiligt sind.

Je nach Strecke sind die schädlichen Emissionen natürlich unterschiedlich und wirken sich entsprechend anders aus. Hierzu hat Utopia bereits einen ziemlich coolen und Empfehlenswerten Beitrag geschrieben. In diesem wurden verschieden Flugstrecken rausgesucht und mit Hilfe von CO2 Rechnern genau berechnet wie schädlich die jeweilige Strecke ist.

Alternativen und warum „Urlaub“ in Deutschland für mich kein Urlaub ist!

Ja! Durchaus. Man kann in Deutschland „Urlaub“ machen. Aaaaber wie ihr ja bereits wisst, komm ich von einer kleinen spanischen Insel mitten im Atlantik oder besser noch mitten im Paradies gelegen. Da wo die Sonne immer scheint und man das beste Essen genießen kann. Und ganz ehrlich wer schon mal am Atlantik war der weiß genau, dass man weder Ostsee noch Nordsee mit Diesem vergleichen kann.

Für mich bedeutet Urlaub nicht nur einfach frei haben und sich entspannen, denn das kann man auch mehr als wunderbar in Balkonien und Gardanien. Urlaub ist mehr als das! Urlaub heißt für mich eine neue Kultur Kennenlernen vielleicht sogar eine neue Sprache lernen, meinen kulinarischen Wissensstand erweitern und neue Sachen probieren. Neue Natur entdecken und vielleicht sogar Tiere zu sehen die ich zuvor nur aus dem Zoo kenne. Für mich kann man zwar in Deutschland gut entspannen und keine Frage Watt wandern an der Nordsee ist etwas weltweit einzigartiges und großartiges. Doch Urlaub ist dies für mich nicht.

Dennoch kann man auch in Europa wunderbar richtigen Urlaub machen, ohne dabei in ein Flugzeug steigen zu müssen. Das einzige was man dafür in Kauf nehmen muss, sind ein paar mehr Stunden der reinen An- und Abreise. So kommt man zum Beispiel wunderbar mit dem Bus oder mit dem Zug sowohl nach Italien, Spanien und selbst London erreicht man mit dem Eurostar Zug ganz schnell innerhalb von nur zwei bis drei Stunden.

Mit dem Nachtzug durch Europa so musst du auch nicht fliegen!

Nachtzüge sind übrigens auch eine super coole Alternative zum Fliegen. Denn in diesen vergeht die Zeit meistens wie im Schlaf. Man steigt am Abend ein und macht es sich in seiner eigenen, abschließbaren Schlafkabine gemütlich und wacht am nächsten Tag bereits weit hinter der deutschen Grenze auf. Für mich eine Erfahrung die definitiv noch auf meiner Bouquet Liste steht und wir definitiv Mal machen werden, wenn wir wieder in Europa sind.

Trampen: Nicht für jeden was aber für mich mehr als einfach nur ein Abenteuer

Auch wenn Patrick diesem Plan noch ziemlich skeptisch gegenübersteht hört es sich für mich nach einem Absoluten Abenteuer an. Es geht ums Trampen! Ja genau ums Trampen. Das ist nicht nur Umweltfreundlich sondern wohl auch die aller günstigste Art von einem Ort zum Anderen zu kommen und einer der besten Methoden um neue Menschen kennen zulernen. Auf Instagram verfolge ich unglaublich gerne die Reise von Travel Owls. Die Beiden sind nicht nur ein mega süßes Pärchen, sie reisen bereits seit über zwei Jahren per Anhalter und mit nur fünf Euro am Tag durch die Welt. Außerdem gibt es auch noch den wunderschönen Film „WEIT„, er handelt ebenfalls von einem Pärchen, welches über vier Jahre per Anhalter, um die Welt gereist ist und sogar ihren ersten Sohn irgendwo in Mexiko zur Welt gebracht haben. Beide behandeln sie ein Thema, welches ich absolut beeindruckend und faszinierend finde.

Ich bin ein Mensch der schon immer, absolut bedingungslos in das gute im Menschen glaubt. Ich bin jedes Mal aufs neue völlig Baff, wenn mir das gegenteil gezeigt wird. Dennoch glaube ich nicht daran, dass der Mensch von Natur aus böse ist. Ich halte daran fest, dass der Mensch gut ist. Ich weiß nicht, möglicherweise bin ich zu lieb für die Welt, doch ich denke, dass ist der Grund meiner Begeisterung für das Thema Trampen. Für mich ist es eine tolle Kombination um Menschen anderer Länder und Kulturen kennen zulernen und gleichzeitig mit wenig Geld und Umweltschonend die Welt zu sehen.

Warum „Nie wieder Fliegen“ für mich nicht in Frage kommt.

Auch wenn mir der Schutz der Umwelt sehr am Herzen liegt, kommt es für mich nicht mal Ansatzweise in Frage nie wieder in ein Flugzeug zu steigen. Für mich gehört das Fliegen bereits seit ich ganz klein bin zu meinem Leben dazu. Denn dadurch das ich aus zwei Ländern komme, habe ich sowohl in Spanien wie auch in Deutschland Familie. Und Familie steht für mich auf Platz eins! Denn wie Dominic Toretto in Fast and the Furious schon gesagt hat: „The most important thing in life will allways be family!“

So bin ich bereits mit einem halben Jahr zu Oma und Opa nach Deutschland geflogen und mit gerade mal fünf Jahren auch schon ganz alleine die drei bis vier tausend Kilometer zwischen Lanzarote und Deutschland geflogen. Bis ich zwölf war natürlich mit Flugbegleitung, dennoch ganz alleine, ohne Mama und Papa.

Nach der Scheidung meiner Eltern und den Umzug nach Deutschland kam ich, wenn ich in den Sommerferien meinen Papa besuchen wollte, dann auch weiterhin nicht ums fliegen herum und auch heutzutage hat sich an diesen Gegebenheiten nichts dran geändert. Nur gibt es heutzutage ganz andere Möglichkeiten die man nutzen kann. Und auch wenn man den Schadstoffausstoß dadurch nicht wieder rückgängig machen kann, trägt man an einer Anderen Stelle seinen Beitrag zum Umweltschutz bei.

Back to the Roots!

Wenn es etwas gibt was ich nicht mag. Dann ist es das extremisieren! Genauso wie ich kein Fan vom verurteilen bin! Leben und Leben Lassen! Es ist nicht schlimm zu Fliegen! Es ist nicht schlimm Mal Fleisch vom Biobauern zu essen. Und genauso ist es auch nicht schlimm Mal eine Plastiktüte zu verwenden! All das und vieles mehr ist nicht Schlimm! So lange es in Maßen konsumiert wird! Das schlimme an dem ganzen ist nur das extreme! Der extreme Fleischkonsum von „Billigfleisch“ und der extreme Kaufrausch von Plastik! Heutzutage ist einfach ALLES in Plastik verpackt! Ich meine „Hallo Wach! Eine Banane oder eine Orange muss nicht in Plastik umhüllt werden. Sie hat schon eine Schutzschale!“ Aber naja, wie dem auch sei, das Thema Plastik ist ein ganz anderes Thema.

Früher war ALLES besser!

Alle Omas und Opas im 21. Jahrhundert

Doch auch fürs Fliegen gilt das selbe. Während es früher ein Privileg war zu fliegen ist es heute selbstverständlich selbst von München nach Nürnberg zu fliegen. Oder von Hamburg nach Hannover! Billigflieger, die Faulheit und der vermeintliche Zeitmangel der jungen Menschen machen es möglich! Heutzutage wird nur noch von Termin zu Termin gehetzt! Wir leben schließlich im Zeitalter wo selbst Schüler schon einen Burnout bekommen und das typische Studentenleben quasi kaum noch existiert! Ja früher war ALLES besser! Für mich absolut die Wahrheit! Früher hat man sich Zeit genommen. Man kannte noch das Gefühl von purer Entspannung. Damals brauchte man keine Achtsamkeitsübungen um den Moment zu genießen. Früher ging das von ganz alleine! Back to the Roots Leute! Wenn wir Alle einfach mal einen Gang wieder runter schalten, können wir schon viel bewirken.

Reisen für einen guten Zweck

Aber nicht nur das vermeiden von Kurzstreckenflügen ist die Lösung. Man kann zum Beisiel auch statt einem kurzurlaub für 3 oder 4 Tage auch eine mehrwöchige Reise planen. Denn umso länger man in einem Land bleibt, desto mehr Zeit hat man um etwas gutes in dem jeweiligen Land zu machen. Nehmen wir mal Costa Rica als Beispiel. Ein Reiseziel im Paradies an den man nicht einfach mit dem Zug aus Europa hinkommt. Fliegt man dort mit dem Flugzeug hin und nach nur sieben Tagen wieder zurück hat man vor Allem Eins: Der Umwelt geschadet! Durch den Flug und vermutlich auch durch den Müll den man vielleicht am Strand vergessen hat! Plant man allerdings einen längeren Aufenthalt, vielleicht ein Monat oder sogar Zwei hat man viel mehr Zeit im Land um gutes zu tun.

Zum Beispiel könnte man in dieser Zeit den Einheimischen Menschen auf den Feldern Helfe. Man könnte auch den Schildkröten dabei Helfen ihre Jungen sicher ins Offene Meer zu bringen oder oder oder. Die Möglichkeiten sind riesig! Zwar macht dies die Flugreise nicht wieder Rückgängig, aaaber sie hat dazu geführt etwas gutes in dem Land zu machen. Außerdem hat man dann ein neues Land gesehen, eine neue Kultur mit ihren Menschen kennengelernt, Entspannt, genossen und eine neue Geschichte in sein eigenes, großes Buch des Lebens geschrieben.

Kompensieren von Flugreisen

Eine weitere Möglichkeit ist das Kompensieren von Flugreisen. Dies rechtfertigt Allerdings auf keinen Fall einen Kurzstreckenflug von Bonn nach Köln oder Strecken ähnlicher Distanz! Meiner Meinung ist es eine guten Option, um zusätzlich zum guten Zweck auch seinen Flug an anderer Stelle positiv einzusetzen. Wie das geht? Naja eigentlich ein recht simples Ding!

Das Prinzip:

Man plant eine Flugreise mit so und so vielen Kilometern an Distanz. Natürlich braucht eine Lange Flugreise auch viel Kerosin und dabei wird genau dieses auch viel verbrannt. Umkehrschluss ist dem nach auch viel CO2 und viele Schadstoffe die dabei in die Umwelt gegeben werden. Beim Kompensieren wird die genaue Menge berechnet und anschließend eine bestimmte Geldsumme vorgeschlagen die man auf seinen Flugticketpreis draufzahlt. Dieses Extrageld fliest anschließend zu 100% in Umwelt- und Soziale Projekte. Das können der bau von neuen Solaranlagen in Afrika sein oder das Aufbauen von Schulen in Indien oder Thailand sein.

Wie es funktioniert:

Die bekanntesten Plattform zum kompensieren sind myclimate und atmosfair. Beide haben sich auf Klimaschutz- wie auch Bildungsprojekten fokussiert und leisten hier großartige Arbeit. Auf deren Homepage kann man Alles sehr genau nachlesen und erfährt sehr detailliert ihre Arbeitsform, Visionen, Ziele und Erfolge. Alles ist sehr transparent und übersichtlich dargestellt. Auf beiden Seiten gibt es einen Rechner wo man seine Flugdaten einfach eingeben kann und der anschließend alles genau berechnet. Auch der ausgerechnete Geldbetrag wird einen dann angezeigt. Diesen kann man dann entweder genau so nehmen oder ihn anpassen. So kann man auch mehr oder weniger zahlen oder besser gesagt spenden. Denn das ganze ist quasi eine Spende und völlig unabhängig vom Fluganbieter. Aus diesem Grund kann man sich auch sehr sicher sein, dass das gespendete Geld auch wirklich bei den Organisationen landen.

Allternative:

Eine weitere Möglichkeit ist es natürlich sich mit Hilfe der Rechner den ungefähren Betrag ausrechnen zu lassen und diesen dann an eine Umwelt- oder Tierschutzorganisation seiner Wahl zu spenden. Auch diese Option wäre eine Art der Kompensation. Beim Kompensiere geht es also nicht darum die Flugreise zu Rechtfertigen oder ähnliches, denn Rückgängig macht man den errichteten Schaden durch den Flug nicht. Aaaaber man leistet im Gegenzug einen kleinen Beitrag für etwas gutes, wobei der gesendete Betrag ungefähr die Größe des errichteten Schadens hat. Für mich ist dies bei unvermeidbaren Flügen auf jeden Fall eine gute Option. Dennoch ist es unser Ziel auf unseren Reisen um die Welt so wenig wie möglich zu fliegen.


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