Warum und wie ich Vegetarierin und Halbzeit Veganerin geworden bin?

„Isst du denn nur noch Salat?“,“Kannst du im Sommer auch Grillen?“, „Ach stimmt ja, das darfst du ja nicht essen!“, „Vermisst du den Fleischgeschmack nicht?“, „Dir fehlen bestimmt viele Nährstoffe!“, „Na dann wirst du ja nicht so lange Leben!“ und ich könnte jetzt noch ewig so weiter machen… Denn ich bekomme oft viele dieser Fragen und teils unverschämten Aussagen zu hören. Und nicht nur ich! Ich denke darüber können Alle Veggis da draußen ganze Bücher und Lexikas drüber schreiben! Die antworten darauf sind immer die selben: „Nein“, „Ja, kann ich“, „Doch darf ich! Aber ich möchte es nicht essen…“, „Nö, ehrlichgesagt kenne ich den Geschmack nicht mehr“, „Nein, tun sie nicht!“ und „WTF! What’s a weird statement!“

Naja wie dem auch sei! Fakt ist, das auch wenn es mittlerweile in unserer Gesellschaft oft akzeptiert und meist auch respektiert wird, ist man als Veganer und Vegetarier in bestimmten Kreisen doch noch oft echt fassungslos über die Dummheit mancher Menschen!

Mein Weg zur Vegetarierin:

Schon seit ich klein bin liebe ich Tiere über alles. Welcher auch der Hauptgrund meiner Entscheidung Vegetarierin zu werden ist. Laut meiner Mama hab ich wohl sogar angefangen zu weinen, als ein anderes Kind mit voller Absicht auf einen Marienkäfer getreten ist, weil ich den Grund nicht verstehen konnte! Dennoch muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich den Zusammenhang zwischen dem Fleisch auf dem Teller und den Tieren im Streichelzoo erst sehr, sehr spät erkannt habe. Hinzu kommt, dass ich auf einer damals in diesem Thema noch wenig entwickelten, kleinen Insel mitten im Atlantik groß geworden bin und, dass ich nicht aus einer Vegetarischen Familie komme und meine Mama daher auch nicht viel Ahnung von der, wie ich heutzutage weiß, mehr als vielfältigen Vegetarischen und Veganen Küche hat.

Ich bin Leben, das leben will,
inmitten von Leben, das leben will.“ 

Albert Schweitzer

Natürlich ist das Alles selbstverständlich keine Rechtfertigung oder Entschuldigung für all die Tierleben die tagtäglich unter den Fleischkomsum der Menschheit leiden. Dennoch sind das meine Gründe warum ich erst mit 16 Jahren, als ich auch anfing mich allgemein mit dem Thema Nachhaltigkeit, Umwelt- und Tierschutz zu beschäftigen, auch den Zusammenhang mit der Ernährung geschlossen habe.

Ab da fing ich dann an mich immer mehr mit dem Thema auseinander zu setzen und mich immer mehr zu informieren. Ich fing an mein Fleischkonsum zu reduzieren. Informierte mich über Nährstoffe. Welche Nährstoffe brauchen wir? Und wie bekomme ich die Nährstoffe die ich brauche ohne Fleisch zu mir nehmen zu müssen? Im Supermarkt schaute ich immer mehr auf die Inhaltsstoffe. Informierte mich über die ganzen E-Nummern, denn unter ihnen gibt es einige wie zum Beispiel E120, E441, E542 und E913 in denen sich tierische Substanzen wie Gelantine, bestimmte Farbstoffe oder Anderes gut getarnt verstecken.

Auf das Umfeld kommt es an!

Nach meinen Auszug von zuhause wurde diesbezüglich alles einfacher. Ich fing an in der Küche mehr auszuprobieren. Außerdem kam hinzu dass ich mich nun mitten in meinem freiwilligen Ökologischen Jahr befand. Dadurch wurde ich zum ersten Mal in eine Gruppe voll wundervollen Menschen geworfen, die sich alle mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigten. Alle liebten sie die Natur und die Tierwelt. Und die meisten waren ebenfalls Vegetarisch oder Vegan.

Zum ersten Mal fühlte ich mich akzeptiert. Ich musste mich nicht mehr rechtfertigen oder vor jedem Essen begründen warum ich das jetzt nicht essen möchte. Zum ersten Mal war es super einfach, super angenehm und selbstverständlich das man kein Fleisch zum leben braucht. In diesem wundervollem Jahr lernte ich auf diese Weise eine ganze Menge mehr dazu. Und auch fünf Jahre später kann ich immer noch sagen, dass der Umzug nach Hamburg im alter von erst 19 Jahren, einer meiner besten Entscheidungen war.

Die erste Große liebe als frisch gebackene Vegetarierin!

Im gleichen Jahr lernte ich auch meinen Freund Patrick kennen. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht vegetarisch und kam aus einem völlig anderem Umfeld als meines! Wir lernten uns im Internet kennen und verliebten uns bereits vor unserem ersten treffen Kopf über Kragen ineinander. Alles passte einfach viel zu perfekt als das es anders hätte kommen können! Nur eben diese eine Sache die passte nicht!

Er aß zu der Zeit noch super gerne Fleisch und kannte sich mit dem Thema überhaupt nicht aus. Hinzu kam dass ich ja gerade erst anfing mich auf eine vegetarische Ernährung umzustellen und selber noch völlig unsicher war, sowohl was die Ernährung anging, wie auch dieses mysteriöse und kuriose Ding mit der Liebe! Schließlich ist Patrick mein aller erster richtiger Freund! Naja wie dem auch sei. All DAS in Kombination führte nun dazu, dass es mit der 100%tigen vegetarischen Ernährung wieder etwas schwieriger wurde. Ich machte wieder viele Ausnahmen und einige „Fehler!“ die ich im nachhinein selbst nicht mehr verstehe!

Der Zwiespalt zwischen meiner großen Liebe und der Liebe zu den Tieren:

Wie ich mich dabei fühlte? Mäßig beschissen! Um es ganz plump aber ehrlich zu sagen. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwar bis über beide Ohren verliebt und überglücklich endlich meine große Liebe gefunden zu haben. Doch hatte ich bezüglich auf das Thema Ernährung bereits so viele Dokus geschaut und so viele Informationen gesammelt, dass ich mich mit meinem überdimensionierten Herz für Tiere einfach nur jedes mal super schlecht und traurig fühlte, wenn ich es mal wieder nicht geschafft hatte einen Tag 100% vegetarisch zu leben.

Mit der Zeit veränderte sich jedoch auch unsere Beziehung immer mehr. Und mit dem Übergang der unsicheren ersten Verliebtheitsphase hin zur echten Liebe, gewann ich auch wieder mehr Vertrauen und Sicherheit zu mir und unserer Partnerschaft. Außerdem hatte ich in meinen Semesterferien zwei Alles entscheidende Dokumentationen auf Netflix und YouTube geschaut. Und zwar: „Cowspiriracy“ und „Dominion„, diese beiden paradoxerweise super gut gemachten, mehr als emotionalen und auch extremen Dokus haben etwas in mir so angeregt, dass ich ab den Moment, bis heute kein einziges Stück Fleisch mehr angerührt habe und mich mittlerweile auch zu 85% Vegan ernähre.

Auch wenn der Weg manchmal steinig und schwer erscheint: BLEIB DRAN!

Von jetzt auf gleich entschied ich also ab dem Moment nie wieder Fleisch zu essen und am selben Abend teilte ich auch Patrick meine Entscheidung mit! Ich sagte ihm ganz einfach, dass ich kein Fleisch mehr essen möchte. Gleichzeitig sagte ich ihm aber auch, dass es eine Entscheidung für mich ist und das diese Entscheidung natürlich nicht für ihn gelten würde. Nur kochen dürfte er es für sich ab jetzt dann alleine, wenn er welches haben wollte. Und zu meinem Überraschen, war dies für ihn völlig okay! Ich weiß gar nicht mehr genau wie er reagierte, doch es war okay und ab dem Tag, gab es bei uns zuhause nur noch vegetarisches Essen! Und ja, was soll ich sagen, nach dem ich auch mit Patrick die Dokumentation „Cowspiracy“ geguckt habe, dauerte es nicht lange bis auch er für sich entschied, sein letztes Stück Fleisch gegessen zu haben!

Also meine lieben! Auch wenn der Weg manchmal noch so steinig, holprig und voller Hindernisse erscheint. Denkt immer daran, wenn ihr etwas wirklich von ganzem Herzen wollt, dann werdet ihr es auch schaffen! Und es ist überhaupt nicht schlimm, wenn der weg dabei vielleicht ein bisschen länger dauert als bei Anderen! Denn du bist du und es ist dein eigener Weg auf dem nur du allein dich gut fühlen musst!

Jeder einzelne Schritt zählt und jeder, noch so kleine Schritt ist mehr als Wertvoll!


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