Träume und Lebenseinstellung

Seit ich denken kann liebe ich es zu planen und zu organisieren. Ich mag es gerne, zu wissen wo die Reise hin geht. Was kommt als nächstes? Wo werde ich wann sein und wie komm ich an das Ziel wo ich hin möchte? So war es jedenfalls bis sich Anfang 2019 von heute auf morgen in meiner kleinen eigenen Welt, durch eine Diagnose alles änderte!

Der Anfang der Geschichte…

Ich bin ein Mensch der, so komisch es für den ein oder anderen klingen mag, der die Schulzeit geliebt hat! Meine Grundschulzeit ging für mich 6 Jahre, denn in Spanien ist man bis zur 6. Klasse in der Grundschule. Als diese wunderschöne Zeit dann zu Ende war, habe ich mit 10 Jahren meinen ersten Plan und erstes Ziel gesetzt: „Hier will ich zurück kommen! Irgendwann! Zwar nicht als Schülerin, aber als Lehrerin!“ Tja, und so stand für mich der erste Plan: erst Abitur schaffen und dann Lehramtstudium!

Wären wir in Spanien geblieben, wäre dieser Plan vielleicht auch so aufgegangen. Denn in Spanien macht gefühlt jeder Abitur und man bleibt auf vielen Schulen vom Kindergarten bis zum Abitur in ein un der selben „Gruppe“ und es gibt keine Schultypen. Also keine Aufteilung in Gymnasium, Real- oder Hauptschule, was ich ehrlich gesagt sehr schön finde.

Vom Lehrer zum Ingenieur

Ab der 7. Klasse ging für mich allerdings meine Schulzeit, dann auf einer deutschen Realschule weiter. Wo ich mit 15 letzendlich meinen Abschluss in der Tasche hatte. Ab da an hätte ich bereits ins Berufsleben starten können. Mit FÜNFZEHN!!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Ich war noch ein Kind und sollte Arbeiten? „NO WAY!“. Also ging es für mich weiter aufs Gymnasium um Abitur zu machen, denn ich wollte ja Studieren!

Lang war der Weg zum Studium aber nach einigen Hindernissen und Umwegen hab ich es dann auf jeden Fall geschafft! Im Sommer 2016 schrieb ich mich an der Hochschule ein! Statt Lehramt wurde es allerdings ein Ingenieurswesen im Nachhaltigen Bereich. Wat ein Sprung! Fragt ihr euch?! Nunja, das war so: auf meinen Weg zum Studium stellte ich zwei Dinge fest die für eine Lehrerin meiner Meinung nach essenziell sind. Erstens man muss Erklären können und zweitens man muss mit Kindern umgehen können! und das sind zwei Dinge die ich absolut nicht kann!

Dafür entdeckte ich in der 11. Klasse durch ein Wahlmodul, was den simplen Namen „Nachhaltigkeit“ trug, meine liebe zur Umwelt wieder. Ich schrieb meine Seminararbeit über Greenpeace, wo ich kurz später auch selber einstieg und anfing mich aktiv für die Umwelt einzusetzen und immer tiefer in das Thema Nachhaltigkeit eintauchte! Zweiter Plan stand damit also fest: Beruflich möchte ich auch, was verändern! Ich möchte nicht für ein Unternehmen Arbeiten, welches Mitschuld an der Umweltzerstörung trägt!

Diagnose: Thrombose mit 23 Jahren!

Im Studium stellte sich für mich dann jedoch immer mehr heraus, dass diese ganze Berufs- und damit Scheinwelt irgenwie nichts für mich ist. Da ich allerdings kurz vorm Ende meines Studiums stand und ich bis dahin schon so viel Zeit und Energie hineingesteckt hatte, wollte ich es jetzt auch bis zum Ende durchziehen. Wie immer war alles perfekt geplant! Ich hätte im Sommer 2019 mein Studium beendet gehabt und wären dann in unser Abenteuer Kanada gestartet!

Doch dann kam alles anders! Von einen Tag auf den anderen war nicht mehr ich die Entschied! Plötzlich entschied mein Körper für mich! Ich bekam mit 23 Jahren mitten in meiner letzten Prüdfungsphase eine Thrombose im Bein. Nach einer ganzen Reihe von Untersuchungen stellten die Ärzte fest, dass es keinen plausiblem Grund für meine Diagnose gibt. Für mich ist die Ursache allerdings klar! Die Pille ist schuld daran! Aber das ist eine andere Geschichte… Hinzu kam natürlich auch der ganze Stress den ich durch mein Studium hatte, der garantiert auch mitschuld trägt. Letztendlich hatte ich Glück im Unglück!

Alles ist gut gegangen und wir konnten unsere Reise mit einer ganz anderen Einstellung zum Leben starten. Seit dem bin ich voller Dankbarkeit! Dankbar einen so tollen Arzt gehabt zu haben, der sehr schnell gehandelt hat und Alles früh erkannt und diagnostiziert hat! Dankbar für meinen großartigen Freund der Alles mitgemacht hat und mich wo er konnte unterstützt hat! Und vor Allem Dankbar für mein Leben!


What if you’re right and they’re wrong?

Soulbottles

Plopp! Blase geplatzt und Alles was raus muss, muss raus und zwar sofort!

Der weg zu dieser Grenzenlosen Dankbarkeit war jedoch nicht einfach. Zum ersten Mal fiel ich aus meiner kleinen Traumwelt in der alles rosarot und alles gut und super schön ist heraus! Mir wurde am eigenem Leib gezeigt wie schnell das Leben einfach so von heute auf morgen vorbei sein kann! Und seit dem ist einfach ALLES ANDERS! Alles was vorher wichtig war ist nicht mehr wichtig!

Ihr müsst wissen, meine Familie ist nicht Reich. Mein Papa hat gefühlt nie Geld. Und auch meine Mama hatte durch die verschiedensten Gründen lange nicht genug Geld um ihre eigenen und dazu auch noch meine Wünsche so zu erfüllen, wie sie es gerne gemacht hätte! Dennoch sind meine beiden Eltern für mich die tollsten Eltern dieser Welt! Für mich entstand so allerdings schon früh die Verknüpfung das Geld wichtig ist um all seine Träume erfüllen zu können und Geld bekommt man nur, wenn man studiert hat! So meine Priorisierung bis zum Tag meiner Diagnose!

Mit meiner Diagnose wurde ich quasi zeitgleich ans Ende meines Lebens gesetzt oder viel mehr wurde mir gezeigt, dass mein Leben begrenzt ist. Eine Sache die eigentlich ja klar ist, doch bis dato war mir diese Tatsache irgendwie nicht so bewusst! Doch von da an änderten sich meine Priorisierungen auf Schlag! Und ich musste mein ganzes Durcheinander im Kopf erstmal wieder aufräumen und sortieren, ordnen und vor allem ausmisten, was ich nicht mehr brauchte!

Who cares about?

Berechtigte Fragen: Who cares about Money, wenn dafür die Voraussetzung ist, sich erstmal krank zu arbeiten? Who cares about Planungen? Who cares about das was die Gesellschaft erwartet? Who cares about Rente? Wer gibt uns die Garantie, dass wir in der Rente noch Reisen können oder das machen können, worauf wir bock haben? Meine Diagnose hat mir klar gemacht, dass das Leben zu kurz ist, um Dinge zu machen, auf die ich keine Lust habe oder die mich nicht glücklich machen. Ich möchte nicht irgendwann dastehen und sagen müssen: „Ich hatte noch so viel vor…“ Am Ende möchte ich sagen können: „Hey, ich habe gelebt! Ich habe gesehen! Ich habe gemacht! Und ich habe meinen Traum gelebt!“ und Sollte ich irgendwann Kinder haben, möchte ich Ihnen von den vielen Abenteuern erzählen können die ich mit ihren Vater zusammen erlebt habe!

Was für mich wirklich Zählt im Leben

Ich möchte genau das Leben leben von dem ich träume und obwohl es viele Stunden, Tage, Wochen und Monate an Selbstreflexion gebraucht hat, habe ich endlich verstanden, dass ich meinen eigene Weg gehen muss und auch darf. Es ist okay anders zu sein, einen anderen Weg zu gehen als alle Anderen. Es ist okay unrealistische Pläne aufzustellen und es ist okay wenn sich Pläne ändern und dann doch alles anders kommt als geplant.

Meine Vision vom leben ist es jede Sekunde zu genießen und auch wenn nicht immer alles glatt läuft, das beste aus der Situation zu machen. Ich möchte meine Zeit nur noch mit Menschen verbringen die mich genauso mögen und akzeptieren wie ich bin. Mit Menschen die mir gut tun und bei denen ich mich nicht verstellen muss. Ich möchte zwei verschieden Socken tragen. Ich möchte Reisen. Ich möchte Frei sein und ich möchte mein Glück, meine Lebensfreude mit der ganzen Welt teilen. Ich möchte gutes tun und etwas verändern, etwas kleines und wenn es nur ein kleines Lächeln auf den Gesichtern anderer Menschen ist.

Und auch wenn es viel Mut gekostet hat und auch immer noch tut, bin ich endlich los gelaufen. Und habe endlich angefangen jeden Tag an meiner besten Lebensvision zu arbeiten. Jeden Tag nur noch das zu machen was mich Glücklich macht! Ich habe keine Angst mehr vor der Zukunft! Sondern freue mich auf jeden einzelnen Tag der kommt und auf all die Abenteuer die vor uns stehen. Und nur darauf warten entdeckt und gelebt zu werden!


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